In Fernie angekommen … oder?

Man muss den Druck erst mal verstehen, unter dem wir stehen. Natürlich dreht sich alles um Geld, denn Geld ist schwer zu kriegen. Selbst wenn man es hat ist es schnell wieder weg. Da wir als Reisende aber auf jeden Cent angewiesen sind geben wir unser Geld nur sehr ungern her. Den Großteil des Vermögens eines Reisenden wandert in Übernachtungsmöglichkeiten fangen diese doch in Kanada bei ungefähr 25$ für ein Bett in einem 10er Dorm an. Im Sommer ist das kein Problem, denn wir können campen wo immer wir wollen. Kostenlos. Nur leider sind wir in Kanada und mit nahendem Winter ist Camping bald nicht mehr möglich. Eine Alternative muss her.

Von Kelowna nach Fernie (östlich), nahe der Grenze zu den USA

Wir sind in Kelowna. Und was jetzt?

Die Zeit vergeht. Hayley von Sunshine Village, die sich eigentlich am Freitag melden wollte hat mich anscheinend vergessen. Darauf, dass noch etwas kommt kann ich mich nicht verlassen, daher geht die Jobsuche weiter. Kommenden Mittwoch ist die Jobmesse in Fernie, zu der ich auch eingeladen wurde. Jan und Sabrina haben ebenfalls einen Termin. Isabel wird Richtung Vancouver reisen, da sich nicht geplant hat den Winter über zu arbeiten und Thomas hat Probleme mit seinem Auto. Daher campen wir aktuell vor Canadian Tire, der bekanntesten kanadischen Werkstattkette, bevor wir uns trennen.

Unsere Truppe in Kelowna. von links: Jan, Thomas, Markus, Isabel und Sabrina

Abschiedsbild unserer Truppe in Kelowna. von links: Jan, Thomas, Markus, Isabel und Sabrina

Zeit für den Abscheid, wir fahren nach Fernie

Es wird Zeit für den Aufbruch. Wir liefern daher Isabel an der Greyhound Bushaltestelle ab, wo sie sich mit der mürrischen Kassiererin herumschlagen muss, um ihr Ticket zum gewünschten Preis zu bekommen. Letztlich kann sie ihr Ticket aber 5 Meter neben dem Schalter sitzend online kaufen und dann am Schalter abholen und hat den korrekten Preis gezahlt. Wir verabschieden uns also endgültig und sammeln Jan ein, der mit Thomas bei seinem Auto ist. Thomas wiederum wartet ja noch auf seinen Termin bei Canadian Tire.

Nun fehlt noch Max, der am Rande der Stadt am WWOOfen ist. Wir fahren also die 10 Kilometer aus der Ortschaft raus und holen ihn an der Farm ab, wo er bereits ungeduldig vor dem Tor steht. Für ihn machen wir einen ca. 150 km langen Umweg über Banff, da er schon seinen Job sicher hat und in Kürze starten kann. Wir, also Sabrina, Jan und ich fahren weiter nach Fernie.

Der letzte Tag mit Isabel, vor dem Abschied noch etwas Zeit gemeinsam verbringen

Der letzte Tag mit Isabel, vor dem Abschied noch etwas Zeit gemeinsam verbringen

Fernie, Stress und Jobmessen

Ein Tag im Auto steht bevor. Von Kelowna geht es nach Golden, um dort noch ein paar Bewerbungen abzugeben. Weiter nach Banff, da Max dort aussteigt und seinen Job bei Sunshine Village anfängt. Zuletzt fahren wir weiter nach Fernie. Bereits in Banff geht die Sonne unter und wir haben noch ein paar Stunden Fahrt durch die Dunkelheit vor uns. Insgesamt haben wir an dem Tag 850 km zurückgelegt und sind völlig fertig gegen Mitternacht in Fernie angekommen.

Wir wollen einfach nur noch schlafen und denken nicht mal dran im Hostel einzuchecken. Stattdessen stellen wir uns neben das Hostel, bauen den Van zum schlafen um und schlafen in dem Moment in dem wir die Schlafsäcke zugezogen haben ein.

Kelowna im Westen, über Golden (blau) nach Banff und weiter nach Fernie im Südosten. Insgesamt 850 km sind zu fahren.

Am nächsten Morgen sind wir völlig zerstört und übermüdet. Zu wenig Schlaf. Trotzdem geht es für mich gleich zur Jobmesse. Um halbwegs gepflegt auszusehen schleiche ich mich in den eigentlich nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Keller des Hostels in einen Waschraum und rasiere mich erstmal. Schnell noch ein graues Hemd und eine schwarze Hose rausgewühlt, geht es im Anschluss weiter ins Skiresort.

Meinen Beitrag über die Vorstellungsgespräche bei Fernie findet ihr hier. Erwähnenswert finde ich aber, dass Vorstellungsgespräche für drei Tage angesetzt waren. Bereits am zweiten Tag waren aber schon alle Positionen besetzt. Die Interviewer haben den Teilnehmern sofort Bescheid gegeben, ob sie genommen werden oder nicht. Für den dritten Tag war somit von vornherein klar, dass es nur Absagen geben wird. Das ist natürlich blöd für die Bewerber, fairerweise muss man aber auch sagen, dass es kaum eine andere Möglichkeit gibt so eine Jobmesse durchzuführen.

Das Resultat für mich war: Ich kann Liftoperator in Fernie werden. Natürlich habe ich zugesagt, obwohl ich mit Sicherheit trotzdem weiter nach Jobs suchen will. Es macht aber Sinn etwas für Notfall sicher zu haben. Fernie ist nun meine erste definitive Zusage eines Skigebiets und wenn sich nichts mehr ergibt werde ich hierden Winter verbringen. Es sei aber erwähnt, dass es grundsätzlich keine Staff Accomodation gibt.

Am zweiten Tag fand für Sabrina und Jan die Jobmesse statt. Sabrina landete auf der Warteliste für Housekeeper und Jan hat das Angebot Housekeeper zu sein abgelehnt. Somit ist niemand wirklich zufrieden und die Suche nach einer Anstellung geht weiter.

Ein paar Tage Fernie

Machen wir uns nichts vor: Fernie ist nur irgendein Ort der wegen sienem Skigebiet bekannt wurde. Seine Lage ist nett, Downtown ist nett und das Skigebiet ist nur 5 Minuten mit dem Auto entfernt. Alles ist nett, nichts haut einen vom Hocker. Sicher wird man den Ort lieb gewinnen, wenn man sich erstmal eingelebt hat. Und einleben geht in der Tat schnell, denn wir haben schon zahlreiche Leute aus Banff wieder getroffen und im Hostel in kürzester Zeit eine ganze reihe Leute kennen gelernt.

Wir sehen uns also die Umgebung an und verbringen Zeit im Ort. Viel gibt es nicht und das Wetter ist schlecht. Es gibt also nicht besonders viel zu tun. Wir sind abends im Hostel, tagsüber wandern, in der Stadt oder in irgendwelchen Supermärkten. Im wesentlichen warten wir nur, denn es soll eine allgemeine Jobmesse geben zu der Jan und Sabrina gehen möchten. Danach wollen sie entscheiden wie es weiter geht.

Für mich haben sich in der Zwischenzeit ein paar Möglichkeiten ergeben. So hat mir Castle Mountain, Sunshine Village und Kicking Horse zugesagt. Da Sunshine Village mein Favorit ist und man mir Staff Accomodation auf dem Berg im Skigebiet angeboten hat ziehe ich das allem anderen vor.

Die Zeit vergeht also ohne dass wir besonders viel unternehmen. Dafür hat sich für uns entschieden wie es weiter gehen wird. Jan begleitet mich nach Banff und Sabrina bleibt in Fernie, um später ihre Einladung nach Big White warzunehmen.

Das war also Fernie, zurück nach Banff

Am Tag der Abreise habe ich auf Sabrinas Entscheidung gewartet ob sie mit nach Banff fährt oder nicht. Ich bin daher mit Jan erst gegen 16 Uhr losgefahren. Da Fernie sehr weit im Süden und an der Grenze zu den USA liegt haben wir noch einen Schlenker zur Grenze gemacht und ich habe mein Visum für die USA abgegeben, was ich sonst bei der Botschaft in Vancouver oder Calgary hätte machen müssen.

Von Fernie im Süden geht es nach Banff. Die Fahrt dauer ca. 5 Stunden

An der Grenze hat es bereits gedämmert. Nur noch ein paar Stunden durch die Nacht und wir sind in Banff. Unterwegs sind wir durch Schneegestöber gefahren das aber zu Glück nur eine Stunde gehalten hat. sonst waren die Straßen noch frei und wir kamen gegen Mitternacht unversehrt an.

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