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Ein Winter im Banff National Park /Kanada

Banff National Park ist einer der schönste Park in ganz Kanada. Hier spazieren die wilden Tiere noch durch den Ort und für Besucher ist es einfach in die Wildnis zu gelangen. Für Outdoor Freunde ist Banff NP im Sommer ein Paradies, aber was können Besucher hier im Winter sehen? Ich hatte das Glück einen Winter hier wohnen und arbeiten zu dürfen, in der Zeit hatte ich reichlich Gelegenheiten mir in der Umgebung alles anzuschauen.

Auf einen richtigen Winter vorbereiten

Wer extra aus Deutschland anreist, um sich kanadische Nationalparks anzuschauen, sollte sich vorher gut informieren. Es kann schon mal auf -20°C oder weniger abkühlen und eingeschneite Straßen sind nicht ungewöhnlich. Der Räumdienst leistet allerdings sehr gute Arbeit. Kanada im Winter zu besuchen ist in jedem Fall etwas besonderes, weil der Winter das Land voll im Griff hat und manche Sehenswürdigkeiten nur zu dieser Jahreszeit zu besichtigen sind.

Das kleine Örtchen Banff im Winter vom Sulfur Mountain aus gesehen

Banff liegt auf etwa 1.400m in den Rocky Mountains. Die nächste Großstadt ist Calgary in etwa 140km Entfernung. Die Distanz kann mit dem Banff Airporter (zur Website) gut überbrückt werden, wenn es auch absolut empfehlenswert ist ein eigenes Auto am Flughafen zu mieten. Da Banff in einem Nationalpark liegt, müssen Gebühren für das Betreten des Parks gezahlt werden.

Markus: Ich habe mal einen Strafzettel kassiert, der normalerweise verteilt wird, wenn man keinen Parks Canada Pass hat. Meiner hing gut sichtbar an meinem Rückspiegel. Auf meinem Auto waren allerdings gut 20 cm Schnee und der Kontrolleur hat keine Anstalten gemacht den Schnee zur Seite zu räumen, um nach dem Ticket zu schauen.

Temperaturen im Ort Banff

Das wichtigste Kriterium des Wetters im Winter ist definitiv die Temperatur in Banff. Da es normalerweise unter 0°C sind, ist die richtige Ausrüstung sehr wichtig. Es kann Tage geben, an denen das Thermometer dauerhaft um -30°C schwankt. Wer nicht auf solche Temperaturen eingestellt ist oder vor Ort feststellt, dass er sich besser einkleiden muss, sollte auch jeden Fall die Second Hand Geschäfte abklappern, bevor er sich neue Sachen kauft!

Tipp: Suche bei Google Maps nach Thrift Store. Konzentriere dich dabei nicht alleine auf Banff, in Canmore gibt es auch ein paar gute Läden die potenziell auch billiger sind, weil sie nicht im Urlaubsort Banff liegen. Schaue bei deiner Suche auch, ob der Laden sich eventuell als hipper Vintag Store ausgibt, das bedeutet nämlich etwas höhere Preise.

Markus: Ich habe den Temperaturunterschied deutlich gespürt, als ich im Oktober von Vernon für Vorstellungsgespräche nach Banff gefahren bin. Während es in Vernon nachts frisch und tagsüber angenehm war, sind mir in Banff die Scheiben meines Autos eingefroren, während ich darin schlief.

Das Thermometer vor meiner Tür hat üblicherweise Temperaturen um die -20°C angezeigt

Gerade zur kältesten Zeit sind ein paar einmalige Dinge in Banff National Park zu bewundern. Es lohnt sich also der Kälte zu trotzen. Es sollte aber auch klar sein, dass im Winter nicht an Camping zu denken ist. Schon gar nicht Übernachten im Auto!

Klimatabelle von Banff

Das folgende Diagramm zeigt die üblichen Temperaturen das Jahr über in der Ortschaft Banff. Man sieht, dass im Sommer perfektes Klima für Aktivitäten in den Bergen herrscht und es im Winter durchaus richtig kalt wird.

Die richtige Bekleidung

Ein paar Tipps für die kalte Jahreszeit. Wer sich jetzt vernünftig kleidet hat es wärmer. Du solltest als owissen, worauf du achten musst.

Kopfbedeckung

Da man viel Hitze über den Kopf verliert, tatsächlich bis zu 70%, sollte der Kopf immer warm bleiben. Beanies wirst du hier zuhauf sehen und selber solltest du dir auch einen besorgen. An besonders kalten Tagen kann dir auch eine Sturmhaube gegen starken Wind helfen. Vielleicht vermeidest du so Erfrierungen.

Handschuhe

Fäustlinge (mittens) halten deine Hände besser warm als Handschuhe (gloves), da die Finger sich gegenseitig wärmen können.Du solltest immer Handschuhe dabei haben und tragen.

Die richtige Kleidung für den Winter ist super-wichtig!

Gute Schuhe

Mit Wolle gefütterte Schneeschuhe bieten eine gute Isolation gegen die Kälte und richtig gute Schuhe halte deine Füße auch bei -35°C noch warm. Je nach deinen geplanten Aktivitäten solltest du darauf achten, ob du sie auch an Schneeschuhen oder Grödel befestigen kannst.

Markus: Ich bin tatsächlich immer nur mit Sneakers herumgelaufen. Allerdings habe ich keine langen Wanderungen durch den Schnee gemacht und musste auch nicht im Freien arbeiten. Dann hätte ich mir vermutlich auch noch besseres Schuhwerk zugelegt.

Socken

Das mag aus Deutschland sehr ungewohnt sein aber gewöhne dich an den Gedanken mehrere Schichten Socken zu tragen. zwei oder drei Paar übereinander zu tragen bringt dir einen großen Wärmevorteil. Das solltest du beim Kauf bereits bedenken und vielleicht auch größere Socken zum Überziehen einplanen.

Schichten

Für den restlichen Körper planst du deine Kleidung in Schichten anzuziehen. So kannst du gut kombinieren und an kälteren Tagen mehr Schichten tragen. Außerdem sollte deine äußerste Schicht windschützend und wasserabweisend sein. Starker Wind an kalten Tagen ist extrem schneidend und es wäre sehr ärgerlich, wenn deine Kleidung nass wird!

Leben im Ort Banff

Weil sich im Winter alles um die Skigebiete dreht, sind viele Skiurlauber und Mitarbeiter der Skigebiete im Ort unterwegs. Tatsächlich ist der Winter eine sehr geschäftige Saison in Banff. Die drei Gebiete Sunshine Village, Lake Louise und Mount Norquay sind dabei die Besuchermagneten.

Markus: Da ich in Sunshine Village auf dem Berg gewohnt habe bin ich dort regelmäßig ins Trappers gegangen. Das ist die Kneipe auf dem Berg, zwischen den Liften. Nach Banff runter zu fahren hat sich nicht gelohnt, da die Gondel nur bis etwa 16 Uhr fuhr und ich danach nicht mehr nach Hause kam.

Mit Freunden in einer Kneipe im Skigebiet

Ein Großteil der Belegschaft wohnt in Banff, entsprechend sind die Bars und Kneipen abends gut mit Mitarbeitern gefüllt und es ist immer etwas los. Mitarbeiter bekommen in den Hostels Vergünstigungen und können für den halben Preis dort wohnen. Die Chancen stehen also gut, jemand vom Berg kennen zu lernen.

Bis drei Nächte pro Woche können Mitarbeiter Freunde im Skigebiet übernachten lassen. Wer also Freunde im Skigebiet (Sunshine Village) hat komm in den Genuss auf dem Berg in der Nähe der Liftanlage nächtigen zu dürfen.

Markus: Isabel, mit der ich im Sommer und Herbst gereist bin, ist zu Besuch gekommen und hat ein paar Nächte bei mir geschlafen. Tagsüber konnte sie sich den ganzen Tag auf der Piste austoben.

Wohnen in Banff

Da Banff ein Urlaubsort ist, gibt es hier jede Menge Möglichkeiten unter zu kommen. Die Preise sind allerdings in der Saison relativ hoch und es besteht die Chance, dass nicht mehr viel frei ist. Vor allem die frei Hostels sind empfehlenswert, die auf jeden fall einen hohen Standard haben:

  • Samesun Hostel (bei Booking.com)
    Sehr gemütliches Hostel mit Bar im Erdgeschoss und eingeschlossenem Frühstück.
  • International Hostel (bei Booking.com)
    Nicht zu verwechseln mit dem HI Hostel liegt das International Hostel auch sehr zentral direkt neben dem Samesun Hostel in Banff. Frühstück ist includiert und wirklich gut.
  • HI-Banff Alpine Center (bei Booking.com)
    Weniger gut gelegen ist das HI-Hostel ein paar Minuten den Berg hoch über Banff positioniert. Frühstück ist hier normalerweise nicht im Preis enthalten.

Wem das nicht extravagant genug ist, der sollte mal einen Blick auf das berühmte Fairmont Banff Springs (bei Booking.com) werfen. Die Preise sind sehr gehoben aber hier wohnt man erstklassig für sein Geld. Ansonsten gibt es noch zahlreiche normale Hotels, teilt man sich ein Zimmer mit ein paar Leuten ist der Preis nicht viel höher als im Hostel. Je nach Hotel natürlich.

Tipp: Wenn du mehr über das Fairmont wissen willst empfehle ich dir Artikel von Tanja’s Blog, die auf dem Fairmont gearbeitet hat: Welcome to Fairmont Banff Springs und Mein Leben auf dem Fairmont.

Unter dem Namen Banff Springs Hotel National Historic Site of Canada wurde das Hotel am 24. Juni 1988 in das Verzeichnis der National Historic Site of Canada aufgenommen

Als arme Backpacker haben wir kaum Erfahrungen mit den Hotels sammeln können. Mit den Mitarbeitervorteilen bei Hostels haben wir uns auch tunlichst immer dort einquartiert. Eine gute Übersicht an Hotels gibt es (bei Booking.com).

Tipp: Suchst du nach Aktivitäten für den Winter? Dazu haben wir einen eigenen Artikel: Top Things to do in Banff in Winter /Kanada.

Winter Road Trip

Auf teilweise glatten Straßen bei etwa -1°C unterwegs zu sein ist auch Deutschland nicht ungewöhnlich. Aber bei -25°C auf einem zugefrorenen Highway in der Wildnis unterwegs zu sein und mit dem Smartphone dauerhaft kein Netz zu haben ist eine andere Sache. Wenn man etwas dummes anstellt kann das durchaus gefährlich bis tödlich sein.

Achte auf jeden Fall darauf, mit Winterreife zu fahren. Je nach Provinz ist dies auch verpflichtend und du würdest mit Sommerreifen sehr schnell merken, warum diese Verpflichtung besteht.

Der übliche Anblick von Straßen im Winter. Gut zu befahren aber trotzdem nicht so griffig wie Asphalt

Gewöhn dich dran dein Auto an Strom anschließen zu müssen. Das ist nicht, um Elektroautos zu laden, sondern um kritische Teile deines Autos funktionsfähig zu halten. Beispielsweise wird dein Öl bei den geringen Temperaturen dickflüssiger und verteilt sich nicht so gut im Motor. Über den zusätzlichen Strom wird dein Auto warm gehalten.

Rüste dein Auto für den Winter mit Dingen aus, die du hoffentlich nicht brauchen wirst. Trotzdem könnte der Notfall eintreten und dann möchtest du bereit sein. Lagere deswegen immer folgendes in deinem Auto:

  • Warme Kleidung, Handschuhe, Stiefel und eine warme Mütze.
  • Unverderbliche Nahrung und Wasser.
  • Erste Hilfe Kit.
  • Karten auf Papier. Verlasse dich nicht auf deine Smartphone oder Navigationsgerät. Wenn die Batterien zu kalt werden könnten die Geräte ausfallen.
  • Eine Taschenlampe und Ersatzbatterien.
  • Kerzen und Taschenwärmer. Die Taschenwärmer kannst du zum Beispiel in deine Handschuhe packen, um warm zu bleiben.
  • Sonnenbrillen. An sonnigen Tagen ist Schnee sehr grell und du schonst deine Augen mit der richtigen Brille.
  • Enteiser wirst du öfter mal brauchen. Vor allem am Morgen, wenn du nach einer Kalten nach zu deinem Auto kommst und es sich nicht öffnen lässt.
  • Eine kleine Schaufel brauchst du, um dein Auto morgens auszugraben, sollte es über Nacht geschneit haben.
  • Booster Kabel solltest du dabei haben, um dein Auto überbrücken zu können und mit Fremdhilfe zu starten.

Wenn du nur zwischen Bannf und Canmore hin und her fahren willst brauchst du diese Gegenstände wohl eher nicht aber auf längeren Road Trips solltest du alles griffbereit haben!

Fazit

Einen Winter in Kanada zu überstehen ist nicht schwierig, wenn man sich vorbereitet. Es ist definitiv etwas anderes als eine Sommerurlaub. Man sollte einen Plan haben, das Wetter im Auge behalten und sich gut einkleiden. Wer dazu bereit ist wird mit der phantastischen Winterlandschaft belohnt, die nur in der Kälte zu genießen sind.

Was sind deine Erfahrungen für den Winter in Kanada? Warst du bereits mal zur kalten Jahreszeit hier? Hast du noch andere Tipps für uns?

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