8 Tage auf dem Yukon River

Der Yukon Fluß ist ein Abenteuer durch die unberührte Wildnis Kanadas. Von Whitehorse nach Carmacks sind es ungefähr 180 km. Bis Dawson City hingegen über 500. Wir haben die Route bis Carmacks gewählt da sie bereits eine Woche dauert und einen hinreichenden Eindruck von Wildnis vermittelt. Am Ortseingang von Carmacks wartet ein Campingplatz an dem wir unser Kanu abgeben und die Rückreise antreten können.

Das Großartige daran, mit anderen Reisenden unterwegs zu sein, abgesehen davon dass man nicht alleine ist, ist dass häufig wirklich gute Ideen aufkommen und man Aktivitäten starten kann die alleine schwierig oder unmöglich sind. So haben Simon und Alisa mich gefragt, ob ich bei einer acht tätigen Tour über den Yukon River dabei sein möchte. Zwei Minuten überlegen … ja klar!

Von Whitehorse (gelb) bis Carmacks (rot). Der Yukon Fluß passiert außerdem Lake Laberge

Die Tour wird in Whitehorse starten und in Carmacks enden. Für die 180 km haben wir 8 Tage Zeit, können das Kanu in Carmacks abgeben und per Anhalter zurück fahren. Ein guter Plan, es ist zwar Regen vorhergesagt, da wir dem Wetterbericht aber nicht vertrauen melden wir uns für die Tour an.

Den restlichen Tag haben wir uns das Fest in Whitehorse am Canadian Day angesehen und am abend mit zwei weiteren Freunden von Simon und Alisa bis in die Nacht Volleyball gespielt. An diesem seltsamen Ort dauert der Sonnenuntergang ewig und so haben wir erst nach Mitternacht den Platz verlassen.

Am Tag der Abreise bekamen wir ein Kanu, Paddel, Schwimmwesten und ein Fass (Bear Barrel) für unser Essen als Schutz gegen Bären gestellt. Eine wasserdichte Tasche haben wir zur Sicherheit zusätzlich geliehen, zum Verstauen der Schlafsäcke.

Hier ein kurzer Abriss der einzelnen Tage:

Tag #1

Wir haben die letzten Gegenstände eingekauft. Darunter eine Axt, Mückenspray, Brot, Äpfel und eine Karte vom Yukon River ohne die man aufgeschmissen ist. Anschließend haben wir das Kanu bepackt, unsere Autos am Walmart geparkt, sind zum Fluss gelaufen und haben unser Abenteuer gestartet.

Entspannt Fahrt auf dem Yukon

Entspannte Fahrt auf dem Yukon Fluß

Am ersten vermeintlichen Anlegeplatz standen Bereits Zelte. Kurze Inspektion des Platzes wurde mit „Ey, warum weckt ihr uns?“ begrüßt. Zwei Deutsche mit einer Aussprache wie Udo Lindenberg wurden von uns anscheinend aus dem Schlaf gerissen.

Jemand der sich als 'Old Ben' vorstellt springt aus dem Gebüsch und gibt uns eine Karte des Flusses. Damit haben wir nicht gerechnet

Jemand der sich als ‚Old Ben‘ vorstellt springt aus dem Gebüsch und gibt uns eine Karte des Flusses. Damit haben wir nicht gerechnet

Wir fahren also noch ein Stückchen weiter den Fluss rauf und suchen uns einen privaten Platz.

Tag #2

Unsere Nachbarn fahren schon früh morgens an uns vorbei und wir folgen ihnen später auf den See, Lake Laberge. Das Wetter ist schlecht also versuchen wir den See schnellstmöglich hinter uns zu bringen. Wegen dem Wetter ist das Wasser unruhig und es ist empfehlenswert in Ufernähe zu bleiben. Das Ufer selber ist felsig und anlegen streckenweise nicht möglich. Auf keinen Fall sollte man versuchen den See fernab des Ufers zu überqueren. Das hat uns auch der Vermieter des Kanus dringend geraten.

Unser Lager für die erste Nacht. Super Blick

Unser Lager für die erste Nacht. Weiträumige Natur und vor allem Stille

Wir fahren bis zur Hälfte. Nachts regnet es ins Zelt und am nächsten Morgen trocknen wir unsere Sachen vor der Weiterfahrt noch am Feuer. Die Luft bleibt feucht und so bleibt auch unsere Ausrüstung leicht feucht.

Tag #3

Wir paddeln bis zum Ende des Sees und der Regen wird stärker. Die Wellen werden ebenfalls höher und erreichen einen Pegel, der gelegentlich mal Wasser ins Kanu schwappen lässt. Da das Wetter sich nicht noch weiter verschlechtert hat haben wir den See ohne größere Probleme hinter uns gelassen.

Auf dem Lake Laberge. Das Wetter wird schlechter

Auf dem Lake Laberge. Das Wetter wird schlechter

Glücklicherweise gab es am nächsten Campingplatz eine Möglichkeit zum Unterstellen. Wir stellen unser Zelt unter der Überdachung auf und machten wenige Meter neben dem Zelt ein Feuer an dem wir uns trockneten.

Tag #4

Unsere Nachbarn vom ersten Tag überholen uns täglich und so teilen sie uns heute mit, dass das schlechte Wetter endlich ein Ende hat. Endlich! Nachdem unsere Sachen im wesentlichen getrocknet sind und wir gefrühstückt und uns gewaschen haben, brechen wir auch schon wieder auf.

Unser Zeltplatz für die Nacht war dank Dach recht trocken

Unser Zeltplatz für die Nacht war dank Dach recht trocken

Tag #5

Simons bisher nur belächelter Einsatz als Angler zeigt nun Erfolg und er zieht drei Fische aus dem Wasser. Wir packen sie abends ins Feuer und haben das bisher köstlichste Mahl.

Jeden Abend und jeden Morgen machen wir ein Feuer. Jede Nacht war kalt

Jeden Abend und jeden Morgen machen wir ein Feuer. Jede Nacht war kalt

Die restlichen Tage verliefen ähnlich, abgesehen davon, dass wir keine Fische mehr gefangen haben. Dank der starken Strömung des Flusses kann man sich treiben lassen und braucht kaum Kraft um voran zu kommen. Letztlich dem Drehen des Kanus um die eigene Achse muss entgegen gewirkt werden. Wobei uns das in der heißen Mittagssonne aber eigentlich auch egal war.

Unser Campground im niedergebrannten Wald

Unser Campground im niedergebrannten Wald

Ankunft in Carmacks

Zuerst haben wir das Ziel nicht wahrgenommen. Als wir näher kamen war aber klar, dass der herannahende Campingplatz auch die Rückgabestelle für unser Kanu war. Wir legten also an, Räumten all unsere Gegenstände aus dem Kanu und ließen alle geliehenen Gegenstände zurück.

Um den Rücktransport unseres Kanus müssen wir uns nicht kümmern. lediglich uns selber müssen wir nun wieder nach Whitehorse zurück transportieren. Wir planen per Anhalter zu fahren.

Der Sonnenuntergang ist jeden Tag erst nach Mitternacht

Der Sonnenuntergang ist jeden Tag erst nach Mitternacht und dauert ewig

Nun also zum Straße und per Anhalter zurück nach Whitehorse. Der Verkehr war spärlich aber doch kamen regelmäßig Autos vorbei. Wir blieben 20 Minuten erfolglos und entschieden uns, uns aufzuteilen. Alisa wurde fünf Minuten später bereits mitgenommen. Simon und ich sind hingegen noch bis Carmacks gelaufen. Von einem 5$ Schein der zu unserer Freude einfach so am Wegesrand lag deckten wir uns an einer Tankstelle mit Schokolade ein und bekamen außerdem noch von einem wartenden Anhalter auf der anderen Straßenseite eine tellergrosse Zimtschnecke geschenkt. Vollgestopft wurden wir nach weiteren 30 Minuten von der Konkurrenz Gesellschaft, den Kanoe People, mitgenommen und bis zu unseren Autos am Walmart in Whitehorse gefahren, wo Alisa bereits mit guten Nachrichten auf uns wartete.

... also versuchen wir per Anhalter zurück zu fahren ...

… also versuchen wir per Anhalter zurück zu fahren …

Aber was das für Nachrichten waren erfahrt ihr nächstes Mal. Bis bald!

Mehr Informationen

Wir haben zwar bei einer anderen Agentur unser Kanu geliehen, die Kanoe People (zur Website) waren es aber die uns nachher wieder nach Whitehorse mitgenommen haben. kostenlos. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall hier zu mieten, die Preise scheinen angemessen zu sein.

Eine Karte des Flusses sollte auf jeden Fall gekauft werden. Es sind Campingplätze und Flussverläufe eingezeichnet. Vermutlich kann man sich auch auf ein GPS stützen, fehlt aber mal aus irgendeinem Grund der Strom ist man im Prinzip blind in der Wildnis. All unsere Campingplätze waren zudem in der Karte eingezeichnet. Die 20$ sind also gut investiert.

Unsere Nahrung ist im Video zu sehen. Im Wesentlichen greifen wir auf Oats zurück. Nach der bisherigen Erfahrung verbraucht man je Mahlzeit ein bis zwei Päckchen und das Wasser kann aus dem Fluss genommen werden. Abkochen! Rosinen geben ein bisschen Geschmack und fertig ist die Grundnahrung.

Der Fluss ist reich an Fischen. Wer also seine Angel mit nimmt und ein paar vernünftige Köder (wir hatten keine guten Köder) kann sicher einen Happen aus dem Wasser ziehen und eine köstliche Mahlzeit zaubern. Unsere zuvor erwähnten Nachbarn hatten übrigens zwei Kästen Bier dabei. Dem Genuss sind also keine Grenzen gesetzt. Man sollte lediglich im Hinterkopf behalten, dass zu starker Geruch auch Bären anlocken könnte. Hier sollte man entsprechende Vorsicht walten lassen.

Toilettenpapier und Hygieneartikel sind angebracht mitzunehmen. Die berühmten Outhouses stehen an einigen markierten Campingplätzen aber dass es Toilettenpapier gibt ist etwas zuviel verlangt. Zum Starten eines Feuers ist es auch nicht verkehrt etwas mehr Toilettenpapier mitzunehmen. Holz ist logischerweise reichlich vorhanden und wir hatten auch an nassen Tagen keine Probleme ein Feuer zu starten.

In Whitehorse gibt es einen Walmart und einen Canadian Superstore. Die beiden Geschäfte lassen keine Wünsche offen wenn es um Nahrung geht. Die Tourist Information im Stadtzentrum ist hervorragend und spezialisierte Geschäfte bieten alles für Outdoor Enthusiasten. Sogar Second Hand und Thrift Stores sind vorhanden. Es ist kein Problem in Whitehorse alles zu kaufen was man irgendwie benötigt.

Der Walmart Parkplatz ist brechend voll mit Campern. Das Auto hier abzustellen ist unproblematisch, auch über Nacht und mit Personen drin, wenn ihr wisst was ich meine 😉

Zu guter Letzt: Wenn du mal in Whitehorse bist geh bei Lumel Studios (zur Website) und sag Luan und Mel Hallo von mir.

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Über den Autor

photo_2Hi, ich bin Markus. Auf vier Kontinenten habe ich mein Fernweh gestillt und unterwegs meine Freude am Vlogging entdeckt. Alle meine gesammelten Erfahrung vermittel ich Dir in meinem Blog Wander Dude.

2 Gedanken zu „8 Tage auf dem Yukon River

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