Pläne, Gelegenheiten, Pausen und Zeitdruck #2

Meine letzter Beitrag entstand recht kurzfristig auf irgendeinem Campingplatz vor Haines Junction. Diesmal habe ich etwas mehr Zeit und ich möchte kurz berichten was passiert ist.

Kluane National Park liegt an der Grenze zu Alaska

Wir nehmen also Marc mit, der schon länger am Highway versucht ein Auto anzuhalten, um zu Haines Junction zu kommen. Dort ist das Zentrum vom Kluane Park. Ich fahre mit Marc nach kurzer Diskussion dort hin und setze Isabel unterwegs an der Farm ab.

Das ist die beste Gelegenheit

Nun bin ich wieder im Park. Die Hauptatraktion des Parks, der dreitägige Marsch zu Kaskawulsh Gletscher, konnte ich bisher nicht besuchen. Marc ist nur per Rucksack unterwegs und hat ohne mobilen Untersatz keine Möglichkeiten in seiner geplanten Zeit zum Start der selben Tour zu gelangen. Das heisst da wir uns nun zufällig getroffen haben steht der Tour eigentlich nichts im Weg. Für uns beide ist es die beste Gelegenheit.

Was ist das denn eigentlich für eine Tour?

Die Frage wurde ja noch gar nicht beantwortet. Im Kluane National Park gibt es verschiedene Wanderungen, ein- oder mehrtägige. Die 3 bis 5 tägige Wanderung zum Geltscher wird aber als das Highlight des Parks angesehen. Ich habe nachfolgend eine Kart des Weges für die bessere Vorstellung abgebildet.

Kaskawulsh Trail. Die Skizze der Wanderung

Kaskawulsh Trail. Die Skizze der Wanderung

Einstieg in die Route

Der Start liegt hinter der durch das i angedeuteten Tourist Information und schlängelt sich 24 km weit durch das Tal. Die beiden Flussüberquerungen sind durch Wellenlinien angedeutet.

Flussüberquerungen in Unterhosen

Flussüberquerungen in Unterhosen

Die Flüsse mussten wir in Unterhosen überqueren, da ich meine Hose beispielsweise nur bis zu den Knien hochkrempeln kann und der Wasserstand bis deutlich über die Knie reichte. Wer das lustig findet sollte mal die Wassertemperatur prüfen, die Flüsse entstehen nämlich aus Gletscherwasser.

Um über die scharfkantigen Steine zu laufen hatte ich Sneakers dabei, die ich mir mit Marc sozusagen teilte. Ich warf sie ihm nach der Überquerung zu und er folgte in gleicher Manier.

Campingplatz vor dem Observation Mountain

Wir liefen 8 Stunden durch teilweise unwegsames Gelände. Die letzten 3 Stunden ausserdem in strömendem Regen. Als wir am Campingplatz ankamen hört der Regen zum Glück für eine Weile auf. Genug zeit Trinkwasser abzukochen und zwei Portionen Instantreis zuzubereiten.

Unser Campingplatz am zweiten Tag. Diesmal ohne Regen

Unser Campingplatz am zweiten Tag. Diesmal ohne Regen

Aufstieg auf den Observation Mountain

Wie in der Karte zu sehen wartet eine weitere Überquerung. Diese war morgens einfach und abends sehr schwer. Wir wären beide tatsächlich beinahe ins Wasser gestürzt, denn zum einen haben wir an den unterschiedlichen Stellen, die wir uns für die Überquerung ausgewählt haben gespürt dass der Fluss auf die letzten zwei Meter sehr tief wird. Zum anderen war Umkehren keine Option da das Wasser so schneidend kalt war dass man schnel jedes Gefühl abwärts der Hüfte verloren hat. Am Ende kamen wir beide mit nassen Unterhosen an.

Der Aufstieg auf den Berg ist zwar steil aber sonst in keinster Weise aussergewöhnlich und am Gipfel wurden wir für alle Strapazen mit einem phantastischen Blick belohnt.

Der Gipfel des Observation Mountains. Von hier blickt man auf den surrealen Strom zweier Gletscher

Der Gipfel des Observation Mountains. Von hier blickt man auf den surrealen Strom zweier Gletscher

Der Rückweg

Logischerweise macht man auf dem Rückweg einfach alles in umgekehrter Reihenfolge. Erwähnenswert ist nur, dass die Flüsse nachmittags wesentlich höher sind als am Morgen. Die Überquerung ist daher riskanter. Ansonsten ist zu erwähnen, dass der Marsch schneller ging, da wir den Weg ja nun kannten.

Das Fazit

Die Tour von der ich die ganze Zeit dachte ich komme irgendwann wieder und werde sie laufen ist nun geschafft. Ich hätte nicht gedacht, dass das irgendwann bereits eine Woche später sein würde. Ich muss Marc danken, dass er mich bestochen hat nochmal nach Haines Junction zu fahren. Jetzt habe ich habe ich die Hauptattraktion im Kluane Park gesehen und kann beruhigt abreisen.

2 Gedanken zu „Pläne, Gelegenheiten, Pausen und Zeitdruck #2

    • Ja, der Blick auf den Gletscher ist eine ordentliche Belohnung für alle Strapazen unterwegs. Du hast meine uneingeschränkte Epfehlung 🙂

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