Resourcen für das Mitsegeln auf Hand-gegen-Koje Basis

Ich sitze am Dock von Falmouth Harbour auf Antigua in der Karibik und habe einen guten Blick auf den Hafen und Yachten in allen möglichen Größen. Tagsüber ist es heiss und nachts kühlt es soweit runter, dass man gemütlich in einer Kneipe ein kühles, süffiges Carib Beer trinken und den Klängen von karibischen Bands lauschen kann. In den nächsten Tagen ist geplant die Insel auf einer privaten Yacht zu umrunden und nacheinander alle Traumstrände anzusegeln. Und das kostet ein Vermögen, oder? Nein! Nachfolgend erkläre ich warum nicht.

Bei meinen Reisevorbereitungen bin ich durch Zufall im Internet auf Werbung für Websites, die Arbeitskraft gegen Kojen vermitteln, gestoßen. Kurz Hand gegen Koje. Ich hatte keine Segelerfahrung und auch nicht an Erfolg geglaubt aber ich habe die Idee einen Segeltörn zu machen weiter verfolgt. Über verschiedene Websites habe ich mit Yachtinhabern Kontakt aufgenommen und immer betont ein Neuling zu sein. Letztlich hat es geklappt, ich sitze am Hafen in einer Kneipe und die Yacht liegt in Sichtweite vor Anker. Morgen stechen wir in See.

Segelyacht Bolero. Auf dieser Yacht darf ich eine weile wohnen und mitsegeln

Segelyacht Bolero. Auf dieser Yacht darf ich eine weile wohnen und mitsegeln

Nachfolgend möchte ich kurz ein paar Punkte nennen, die für einen eigenen ersten Segeltörn als Mitfahrer interessant sind.

Wer wird von Bootseignern gesucht?

Das ist ganz verschieden. Manche suchen eine festangestellte Crew, andere suchen vorübergehend Hilfe. Der Einfachheit halber gebe ich ein paar Beispiele von Booten mit denen ich Kontakt hatte.

  • Kellner / Kellnerinnen auf Passagierboten. Es ist vorgesehen, dass diese bezahlt werden.
  • Zahlende Touristen auf privaten Yachten. Dabei variieren die Preise sehr stark und können bis über 1000 Euro pro Woche reichen.
  • Hand gegen Koje. Helfende Passagiere die sich ihre Koje erarbeiten und lediglich zu den laufenden Kosten beitragen müssen/können. Laufende Kosten pendeln vernünftigerweise pro Woche um 100 Euro was bereits billiger ist als in Deutschland eine mittelmäßige Wohnung zu mieten.

Ich habe grundsätzlich nach Hand gegen Koje gesucht, da ich bei allen Arbeiten helfen und möglichst viel lernen möchte. Es scheint mir bei Privatleuten vernünftig, dass sie gerne gemeinsam segeln möchten, die Reisekosten aber nicht verschenken sonder fair teilen.

Wo segeln Yachten üblicherweise?

Es wird weltweit gesegelt, wobei manche Orte natürlich besonders beliebt sind. Manche Gewässer sollten allerdings aufgrund von Piraterie oder allgemeiner Kriminalität gemieden werden. Meist ist im Zielgebiet nur ungefähr klar wo es hingehen soll, man sollte mit dem Bootseigner klären wo es genau hingeht. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass die Pläne eines Seemanns in Sand geschrieben stehen. Bei Ebbe. Ein altes Sprichwort und Pläne können sich tatsächlich auch schnell ändern.

Worauf sollte man achten?

Funktioniert es, ist es eine phantastische Sache. Gibt es Probleme kann es doch recht unangenehm werden. Man sollte sich ein paar Gedanke für den Fall der Fälle machen. Ich empfehle zumindest über die folgenden Punkte nachzudenken.

  1. Macht man den ersten Kontakt über eine Website mit Bewertungen, so sollte man auf die Bewertungen achten. Es ist wichtig sich auf den Bootseigener bzw. Skipper verlassen zu können.
  2. Zeiträume genau festlegen. Segelst Du zum ersten mal kann es sein, dass es Dir nicht gefällt oder Du seekrank wirst. Vielleicht verstehst Du Dich auch nicht besonders gut mit der restlichen Crew.
  3. Orte kennen. Es könnte ja sein, dass die Reise frühzeitig zu beenden ist. In dem Fall hilft es zu wissen wo man unterkommen kann.
  4. Einen Plan B haben, falls etwas schief geht. Bei mir hääte der Skipper um ein Haar wegen eine Familienangelegenheit absagen müssen. In dem Fall hätte er mir die Yacht zur Verfügung gestellt, diese wäre aber die ganze Zeit im Hafen geblieben.

Wie findet man derartige Yachten?

Natürlich hilft das Internet hier. Und nachfolgend möchte ich eine Auswahl von Seiten vorstellen, die für mich hilfreich waren.

  • FindACrew.Net Ist die größte und sicherste Website zur Suche einer Yacht, allerdings hat dies auch seinen Preis (in echtem Geld). Nach der Anmeldung ist man Kostenloses Mitglied. Das heisst man kann nur mit Premium Mitgliedern Kontakt aufnehmen (mit anderen kostenlosen Mitgliedern kann man erst eine richtige Konversation beginnen, wenn zumindest einer der Gesprächspartner eine Premium Mitgliedschaft besitzt). Nachdem man persönliche Präferenzen eingestellt hat wird die Übereinstimmung mit verfügbaren Yachten in Prozent angegeben. Ausserdem ist noch erwähnenswert, dass Mitglieder sich verifizieren können indem sie einen Scan ihres Passes und einen kleine Summe an die Betreiber zahlen (wurde damit begründet, dass eine Bankaktion zurück verfolgbar ist und eine gewisse Sicherheit gibt). Aus meiner Sicht ist dies auch aufgrund der vielen Mitglieder die beste Website.
  • HandGegenKoje.de bietet die Möglichkeit bei der Suche zwischen Hand gegen Koje und normaler Bezahlung zu wählen. Es ist eine der besten deutschen Websites, bietet aber lange nicht den Umfang von FindACrew.Net. Es gibt keine Verifikationen in irgendeiner Weise und nach dem ersten Kontakt läuft alles über private eMails. Auf vorhandene Bewertungen von Booten sollte man achten.
  • KojenAngebote.de bietet Klassifizierungen nach verschiedenen Kriterien wie Orten, Dauer, Ansprunch und Preis. Die Seite ist vergleichbar mit HandGegenKoje.de, bietet aber eine größere Auswahl. Ausserdem habe ich auf dieser Seite meinen Segelpartner in der Karibik gefunden.
  • seachefs.com wurde mir empfohlen, jedoch habe ich damit keinerlei Erfahrung.

Anmerkung: Ich werde diese Seite noch erweitern. Momentan bin ich gerade oft genug online um nur kurz meine Posts zu veröffentlichen.

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3 Gedanken zu „Resourcen für das Mitsegeln auf Hand-gegen-Koje Basis

    • Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass das passiert aber bisher hatte ich Glück. Ehrlich gesagt war der Landeanflug auf Antigua bei starkem wind schlimmer als das Geschaukel des Boots. Ich hoffe ich bleibe von Seekrankheiten verschont 🙂 Das Boot neigt sich übrigens schon so weit, dass das Deck fast im Wasser ist. Nacht ankern wir aber in geschützten Buchten, dann hält sich das Geschwanke in Grenzen 🙂

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