Road Trip durch Alaska #2 – Tobstone Territorial Park und Dawson City

Wir haben unsere bisherigen Pläne aufgrund der Wetterlage kurzerhand fallen gelassen und sind zum Tombstone Provincial Park gefahren. Der Dempster Highway ist eine gut in Stand gehaltene Dirt Road und da es am Morgen noch geregnet hat war mein Auto bei Ankunft im Park paniert mit einer harten Kruste aus Dreck.

Whitehorse, der Ausgangsort für einen Trip nach Alaska

1. Planung für einen Road Trip durch die Wildnis

1.1 Nahrungsmittel

Der letzte größere Supermarkt war eine Walmart bzw. Canadian Superstore in Whitehorse. Walmart bietet alles außer frischen Nahrungsmitteln, also kaufen wir einen Teil hier und den Rest im Canadian Superstore. Unser Proviant umfasst Brot, Oats, Nudeln, Reis, Softdrinks, Äpfel, Bananen und eine Reihe unverderblicher Lebensmittel. 180$ haben wir ausgegeben aber auf vier Leute verteilt ist das absolut günstig.

1.2 Unsere Unterkunft ist ein 30$ Zelt von Walmart

Üblicherweise schlafe ich im Auto, das ist nun aber nicht mehr möglich denn mit vier Leuten ist die Kapazität von meinem Chevroltet Venture überschritten. Die Ladefläche ist mit Rucksäcken und Lebensmitteln bis unter die Decke gefüllt und generell ist die Obergrenze an Leuten die noch im Auto schlafen können 3. Das bedeutet wir werden die gesamte Reise über jede Nacht zelten. Ich habe ein Zelt im Auto, das man in jedem Walmart für ungefähr 30$ bekommen kann. Keiner von uns ist bereit für Campingplätze Geld auszugeben, deshalb ist fest geplant mit dem Billigzelt wild zu campen.

Ob wildes Campen in Alaska gut funktioniert wissen wir bisher nicht. Offensichtlich gibt es aber so abgelegene Regionen dass uns vermutlich niemand behelligen wird. Im Notfall können wir ja immer auf kommerzielle Campgrounds ausweichen. Auch hier sind die Kosten verschwindend wenn wir durch vier Leute teilen.

Tipp: Whitehorse ist der beste Ort, um den Alaska Road Trip vorzubereiten. Neben großen Supermärkten gibt es Second Hand Geschäfte / Thrift Stores in denen du mit etwas Glück warme Kleidung und weitere Ausrüstung sehr günstig einkaufen kannst.

1.3 Geringe Kosten, da wir alles teilen

Da wir ab sofort sämtlich Kosten durch vier teilen, kommen wir vor allem beim Benzin sehr günstig weg. Unser Lebensmitteleinkauf von 180$ mag teuer erscheinen, da wir aber für vier Leute und über eine Woche eingekauft haben ist es für weniger als 10$ pro Tage sehr günstig.

Tipp: vergleiche vor Deiner Reise Spritpreise bei GasBuddy.com

1.4 Der fahrbare Untersatz

Wir fahren mit meinem Chevrolet Venture der vier Sitze hat. Ich könnte weitere Sitze einbauen die ich beim Schrotthändler sicher billig bekommen könnte aber ich finde eine Reisegruppe mit vier Leuten ist optimal. Maiks Auto bietet nur Platz für zwei Leute, wir lassen es also in Whitehorse bei unseren Freunden stehen.

2. Tombstone Territorial Park, Yukon

Kurz vor Dawson City, der ehemaligen Hauptstadt des Yukons, knickt der Damspter Highway Richtung Norden ab.

An der Mündung zu diesem Highway gibt es eine Tankstelle an der ausschließlich per Karte gezahlt werden kann. Ansprechbare Personen gibt es nicht. Der Nachteil ist, dass keine unserer Visa gebrandeten Kreditkarten funktioniert hat. Erst Patricks Debit Karte hat es uns ermöglicht zu zahlen. Wir sind bereits mit fast leerer Tankanzeige hier angekommen und an eine Weiterfahrt ohne zu Tanken war nicht zu denken. Wir verbrachten also mehr als eine Stunde an dieser Tankstelle.

Tipp: Es ist empfehlenswert mehrere Notfallkarten und Bargeld mitzuführen. So kann man auf eine andere Karte ausweichen oder im schlimmsten Fall auf andere Reisende warten, sie bezahlen lassen und den Betrag dann in Bar an die Helfer zurückzahlen.

Kurz zum ungewöhnlichen Prozess: Der Automat druck zunächst eine Belehrung aus, auf der sich eine Kennzahl befindet. Diese Kennzahl wird beim Bezahlen mit der Kreditkarte eingefordert. Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits 5 Minuten vergangen und wird die Karte nicht akzeptiert startet der Prozess erneut. Jeder einzelne Versuch dauert über 10 Minuten und erklärt unseren langen Aufenthalt an der Tankstelle.

Von Whitehorse in den Tombstone Territorial Park. Die letzten 100km führen über eine Dirt Road

In Dawson City war gerade das Dawson City Music Festival vorbei und viele Reisende schwärmten in die Umgebung. Die eigentlich geplante mehrtägige Wanderung zum Grizzly Lake fiel für uns aus, da die Anzahl zulässiger Wanderer auf die Anzahl verfügbarer Campsites beschränkt ist.

Die wunderschöne Landschaft im Tombstone Territorial Park

Die wunderschöne Landschaft im Tombstone Territorial Park

Letztlich empfahl man uns eine Wanderung quer durch die Wildnis. Wir parkten irgendwo am Straßenrand und begaben uns auf eine dreitägige Wanderung. Ohne Uhr ist es hier unmöglich zu wissen wie viele Tage man unterwegs war, denn die weniger als zwei Stunden dauernden Nächte kann man durchaus mal verpassen und realisiert nicht dass bereits ein neuer Tag anbrach.

Tipp: Reserviere die Grizzly Lake Campsite vor der Anreise um sicher zu sein dass die Wanderung statt finden wird. Weitere Details findes Du auf der offiziellen Seite zum Tombstone Territorial Park.

3. Dawson City

Die ehemalig Hauptstadt des Yukons bietet das Flair einer alten Westernstadt.

Zurück über die Dirt Road zum Klondike Highway und nach Dawson City

Dawson City liegt direkt neben dem Yukon River, den man nicht per Brücke dafür aber mit der 24/7 verfügbaren Fähre überqueren kann. Der Andrang zur Fähre war erstaunlich überlegt man wie abgelegen dieser Ort eigentlich ist. Auf der anderen Seite des Flusses wartet ein als Hostel bezeichneter Campingplatz (nicht empfehlenswert, 10$ pro Person. Duschen vorhanden jedoch 1$ je Holzscheit zum heizen der Dusche) und etwa 500 Meter weiter ein wesentlich günstigerer Government Campground (sehr empfehlenswert, 10$ für den Platz bzw für uns alle zusammen, bietet aber keine Dusche) der kostenloses Feuerholz bietet.

Die Innenstadt von Dawson City, Erinnerungen an Westernfilme werden wach

Die Innenstadt von Dawson City, Erinnerungen an Westernfilme werden wach

Die Straßen in Downtown ist nicht betoniert, die Häuser sind meißt aus Holz gebaut. Wir bleiben einen halben Tag in Dawson, zahlen pro Person 2,50$ für eine Dusche im RV Park, vergleichen Preise im Grocery Store (sehr teuer), nutzen das Internet in der Tourist Information und fahren am Abend mit der kostenlosen Fähre über den Fluss zu unserem Campingplatz.

Tipp: Der Sourtoe Cocktail ist eine Tradition in Dawson City. Es ist eher eine Mutproble als ein Genuss. Der Slogan: You can drink it fast, you can drink it slow – But your lips have got to touch the toe.

4. Top Of The World Highway

Das Alaska Abenteuer hat nun also begonnen. Der auf Neufundland gehegte Plan nach Alaska zu reisen wird Realität. Über den Top of the World Highway, der auch wieder eine Dirt Road, ist fahren wir nach Chicken. Unterwegs wartet der nördlichste Grenzübergang der USA auf uns, eine kleine unscheinbare Station im Nirgendwo.

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  • National Geographic Alaska, Reisführer (deutsch, bei Amazon)
  • Reise Know-How Alaska, Landkarte (deutsch, bei Amazon)
  • Reise Know-How West Kanada, Landkarte (deutsch, bei Amazon)

3 Gedanken zu „Road Trip durch Alaska #2 – Tobstone Territorial Park und Dawson City

  1. Pingback: Ein Road Trip nach Alaska #3 – Über Chicken in den Denali National Park | WanderDu.de

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