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Der Weg durch das Höllental auf die Zugspitze ist wunderbar abwechslungsreich, etwas anspruchsvoller und bietet phantastische Aussichten! Mit der richtigen Ausrüstung und Fitness sollte einem erfolgreichen Aufstieg nichts im Wege stehen.

Steckbrief der Route

Warum ist die Zugspitze überhaupt interessant? Bevor wir über die Besteigung sprechen kurz ein paar Fakten zum Berg, die ihn greifbarer machen und vielleicht das Interesse wecken selber einmal dort hinauf zu steigen.

Höhenunterschied
Beim Start in Hammersbach bei etwa 760m liegt der Gipfel mit 2962m etwa 2200 Meter höher. Die Strecke kannst du in etwas 7 bis 8 Stunden zurücklegen.
Abschnitte
Die Wanderung ist abwechslungsreich. Sie startet mit einer Wanderung, führt durch eine Schlucht über einen Klettersteig zu einem Gletscher und dann wieder zu einem längeren Klettersteig. Je höher man kommt, desto kühler wird es, wobei es im Höllental auch deutlich kühler ist.
Gastronomie
Wer unterwegs pausieren möchte kann das am Einstieg zum Höllental oder an der Höllental Anger Hütte tun. In der Hütte sind auch Übernachtungen möglich, allerdings sollten Übernachtungen am Wochenende ein paar Monate im voraus gebucht werden. An Wochentagen ist weniger Andrang. Die Unterkunft reservierst du über die Website der Höllental Anger Hütte (zur Website).
Unterkunft
Am günstigsten ist es, in Garmisch-Partenkirchen zu übernachten. Von hier gibt es aber mit Bus und Bahn keine schnellen Verbindungen nach Hammersbach, deshalb ist es empfehlenswert mit Auto anzureisen. Unserem definitive Empfehlung ist das Hostel der Athleten (bei Booking) in Garmisch.

Zusammenfassend ist die Zugspitze ein gut zugängliches Ziel. Ist die Besteigung geschafft, dann kannst du auf dem Gipfel ein kühles Bier trinken und sogar dort schlafen. Mit der richtigen Vorbereitung dürfte das also ein sehr schöner Ausflug werden!

Die Zugspitze ist rechts im Bild markiert. Ganz links ist der Einstieg für die Wanderung durch Partnachklamm und in der Mitte ist der Einstieg für das Höllental ab Hammersbach. Die große Ortschaft ist Garmisch-Partenkirchen

Routenverlauf

Die Route ist abwechslungsreich, weshalb sie so schön ist.

Start in Hammersbach (rot)

Hier gibt es zwei Wanderparkplätze, die eine optimale Basis für Wanderungen durch das Höllental sind. Die Parkplätze sind gebührenpflichtig. Sollte der Parkplatz P2 belegt sein, dann liegt P1 etwa einen Kilometer weiter vom Start der Wanderung entfernt. Der erste Abschnitt bis zum Eingangstor des Höllentals ist eine entspannte Wanderung mit konstanter Steigung.

Der rote Marker markiert den Start in Hammersbach. Purpur markiert den Anfang des Höllentals an dessen Schluss die Höllental Anger Hütte wartet. Bei Gelb fängt der der Klettersteig an, der die Leiter und das Brett beinhaltet. Grün markiert den Gletscher, der wieder in einen Klettersteig übergeht und zuletzt ist der blaue Marker auf dem Gipfel

Abschnitt Höllental (purpur)

Das Höllental kann nur zur schnee-freien Jahreszeit begangen werden. Für 5€ (oder 2€ für DAV Mitglieder) kommt man in die Schlucht. Wer außerhalb der Öffnungszeiten ankommt kann einfach so durch das offene Tor gehen.

Durch das Höllental fließt ein manchmal mehr, manchmal weniger reißender Fluss. Der Name verheißt erhöhte Schwierigkeit, die Wanderung ist allerdings hervorragend ausgebaut und ohne Probleme zu bewältigen. Man sollte sich nur drauf einstellen ein paar Tropfen ab zu bekommen und auch hier wieder konstant bergauf zu gehen.

Restschnee vom letzten Winter kurz vor der Höllental Anger Hütte

In diesem Teil wird es deutlich kühler, was an heißen Tagen durchaus angenehm ist. Nach der Schlucht wird das Tal breiter und der Weg einfacher. Die Höllental Anger Hütte wartet dort, wo ein Wanderweg zur Alpspitze abzweigt.

Erster Klettersteig (gelb)

Nach einem Marsch von der Hütte durch das Tal zum Einstieg in den Klettersteig wartet die berühmte Leiter als erster Aufstieg. Ab hier ist es empfehlenswert das Klettersteigset zu benutzen und dich an dem durchgängigen Stahlseil zu sichern. Ist die Leiter überwunden folgt das ebenfalls berühmte Brett recht schnell. Das Brett ist eine Schräge auf denen du dich auf Stahlstiften fortbewegst. Unter dir geht es etwa 200 Meter abwärts. Der Übergang ist definitiv nicht senkrecht sondern teils bis 45° geneigt aber Schwindelfreiheit ist auf jeden Fall von Vorteil.

Blick ins Tal zum Sonnenaufgang. Langsam sieht man alles. Wir sind noch bei Dunkelheit hier her marschiert. Direkt hinter mir ist die Leiter

Ist dieser erste Eindruck eines Klettersteigs überwunden entspannt sich die Wanderung und geht wieder in eine normale Wanderung über. Bis zum Gletscher geht es nun in einer moderat steigenden Wanderung weiter aufwärts.

Gletscher (grün)

Die Eisschicht ist schon aus der Ferne zu sehen. Bei der Wanderung über das Geröll kannst du unterwegs feststellen, dass du bereits auf mit Geröll bedecktem Eis läufst. Sobald du auf das Eis steigst solltest du dein Grödel anlegen. Berichten zufolge kann der Gletscher auch ohne Grödel begangen werden, was allerdings unangenehm ist. Solltest du abrutschen kann dir eine riskante Rutschpartie bevorstehen.

Auf dem Gletscher. Wir folgen einem ausgetretenem Weg über das Eis

Hinweis: Der Marsch über den Gletscher mag zunächst harmlos wirken. Das kritische sind die Gletscherspalten. Sie können sich in relativ kurzer Zeit bilden. Vor allem, wenn du unkontrolliert über das Eis rutscht, wenn du den Halt verloren hast, sind sie extrem gefährlich. Dass du dich alleine aus einer solchen Gletscherspalte retten kannst ist unwahrscheinlich. Unterschätze daher die Wichtigkeit von Grödel nicht!

Ist der Gletscher überwunden, dann folgt der Übergang an den Fels. Hier gibt es definitiv einen Gletscherspalt. Achte deshalb darauf, wo du hin trittst und auf deinen guten Halt am Fels, wenn du ihn überquerst.

Am Ende des Gletschers hat sich eine Schlange gebildet. Das Überbrücken der Spalte gilt als Schlüsselstelle

Der Gletscher ist so weit zurück geschmolzen, dass die alte Leite nicht mehr erreichbar ist. Der übliche Übergang ist nun weiter links.

Zweiter Klettersteig

Sobald du den Gletscher verlassen hast bist du im nächsten Klettersteig. Dieser ist nun allerdings erheblich länger als der erste und führt bist zum Gipfel. Obwohl die Leiter und das Brett die berühmten Teile der Wanderung sind, hat dieser Abschnitt doch auch durchaus anspruchsvolle Elemente. Das Klettersteigset und der Helm sollten jetzt auf jeden Fall getragen werden!

Dies ist unserer Meinung nach der fordernste Teil der gesamten Wanderung. Der Klettersteig wird zwischen ein und zwei Stunden benötigen. Bis zum Gipfel geht es mit mehr oder weniger intensiver Steigung aufwärts.

Zugspitze (blau)

Dein Aufstieg wird dich direkt zum Gipfelkreuz führen. Das Gipfelkreuz wird bei gutem Wetter ziemlich sicher voller Touristen sein, die vermutlich zum großen Teil mit einer der Bahnen hier hergekommen sind. Gewöhn dich also jetzt shconmal an den Gedanken, dass du kein Bild von dir mit dem Kreuz alleine bekommen kannst. Ja, der Gipfel ist so gut besucht.

Blick vom Gipfel zum Münchener Haus. Die Menge an Leuten ist heute noch sehr moderat

Lässt du das Kreuz und den Gedanken, dass nur Bergsteiger hier herkommen dürfen hinter dir, dann führt eine Leiter zum Eingang in das Münchener Haus hinab und du bist endgültig angekommen.

Das Wetter einplanen

Wenn du eine längere Anreise hast, dann ist das Wetter eigentlich unplanbar. Planst du eine Übernachtung ein und musst längere Zeit um Voraus buchen, dann bist du zeitlich sowieso festgelegt. Das heißt aber nicht, dass du die Besteigung an diesem Tag definitiv machen wirst. Wenn das Wetter nicht mitspielt musst du die Aktion abbrechen!

Markus: Wir hatten großes Glück, denn obwohl die ganze Zeit schlechtes Wetter für den Tag angekündigt war hatten wir die ganze Zeit Sonne. Trotzdem mussten wir sehr früh starten und kurz nach unserer Ankunft gab es einen schweren Wolkenbruch. Wir haben also genau das Wolkenloch genutzt.

Wenn du die Höllental Anger Hütte hinter dir lässt solltest du sicher sein, dass die Verhältnisse in Ordnung sind und das Wetter hält.

Hinweis: Übernachtest du auf der Höllental Anger Hütte, bekommst du am Abend eine Wettervorhersage und Einschätzung für den nächsten Tag ausgehändigt. Nach dieser solltest du den folgenden Tag planen, auch wenn das heißt morgens um 4 Uhr los zu marschieren.

Vorbereitungen

Mit der richtigen Vorbereitung steht dem Aufstieg nichts im Weg. Allerdings ist Vorbereitung hier essentiell, denn völlig ungefährlich ist der Aufstieg nicht!

Da du über 2000 Höhenmeter überwindest, solltest du dafür in Form sein. Wir gehen regelmäßig klettern und halten uns im Fitnessstudio in Form. Das hat uns vollkommen ausgereicht. Bedenke, dass du etwa 8 Stunden bergauf wanderst oder im Klettersteig bist. Du kannst unterwegs fast immer Pause machen, falls dir die Puste ausgeht.

Sicherungsmaterial für den Aufstieg. Bestehend aus Helm, Klettersteigset und Helm

Da du hier über einen Klettersteig und einen Gletscher marschieren wirst, musst du zu deiner eigenen Sicherheit etwas Material mitbringen.

Ausrüstung für die Klettersteige

Du überwindest zwei zwei Klettersteige, die ohne Ausrüstung gefährlich sind. Bedenke, auch wenn du meinst diese ohne Probleme überwinden zu können, kann dich immer Geröll treffen und aus dem Gleichgewicht bringen. Bist du ohne Klettersteigset unterwegs sind solche Situationen lebensgefährlich. Bringe deshalb das folgende mit:

  • Klettergurt (bei Amazon)
    Edelrid, Petzl, Black Diamond und Mammut sind beispielsweise gute Marken, deren Gurte sehr verbreitet beim Freeclimbing sind. Für Kinder sind eventuell Gurte mit Schultergurt besser geeignet.
  • Klettersteigset (bei Amazon)
    Hier sind ähnliche Marken verbreitet. Bedenke dass dein Y-förmiges Klettersteigset so konstruiert ist, dass es nur für einen einzigen Sturz verwendet werden darf. Grund ist, dass in der Gurt in der kleinen Tasche so genäht ist, dass die Naht sich so öffnet, dass dein Sturz abgefedert wird. Ist die Naht einmal geöffnet, dann solltest du den Gurt nicht mehr benutzen und wenn möglich vom Hersteller instand setzen lassen. Informiere dich deshalb wie gut der Service des Herstellers für diesen Fall ist.
  • Helm (bei Amazon)
    Jeder Helm ist besser als kein Helm. Grundsätzlich raten wir dir aber einen Helm extra für Bergsteiger einzupacken.

Möchtest du nicht online shoppen, dann ist Decathlon eine gute Anlaufstelle. Die Hausmarke Simond liefert gute Qualität und ist nicht teuer. Andere bekannte Marken bekommst du hier aber auch.

Ausrüstung für den Gletscher

Da du über einen Gletscher marschieren wirst, solltest du dafür auch Ausrüstung mitnehmen. Bedenke, dass bei einem Gletscher immer Gefahr wegen Gletscherspalten besteht. Bleib deshalb auf den aufgetretenen Wegen und wandere nicht alleine auf dem Gletscher umher!

Grödel von Edelrid. Etwas stabiler aber noch weit von Steigeisen entfernt

Die Verhältnisse auf dem Gletscher ändern sich manchmal. Aktuelle Berichte findest du auf der Seite der Höllental Anger Hütte (zur Website).

Da auf dem Eis nur eine leichte Steigung überwunden wird ist nur eine leichte Sicherung nötig. Wir empfehlen dir also folgendes:

  • Grödel (bei Amazon)
    Kurz gesagt brauchst du Spikes unter deinen Schuhen, um sicher über das Eis laufen zu können. Grödel bietet dir genau das, wobei es hier natürlich verschiedene Ausführungen gibt. Verbreitet ist der Gummi Überzug. Edelrid bietet ein etwas stabileres Set, das wir gekauft haben (bei Amazon).
  • Steigeisen
    Diesen Punkt wollten wir zumindest erwähnen. Steigeisen sind für Eisklettern geeignet. Das wird hier definitiv nicht benötigt und geht auch deutlich mehr ins Geld.

Wenn du dich auf den schlimmsten Fall vorbereiten willst, dann kannst du über eine komplette Gletscherausrüstung (Pickel, Steigeisen und Sicherheitsausrüstung für Spaltenbergung). Das wirst du auf dieser Wanderung aber sehr sicher nicht benötigen!

Unsere Erfahrung

Dank ausreichender Fitness und dem Wetter, das größtenteils mitgespielt hat, war unser Aufstieg ganz großartig. Die Wanderung ist auf jeden Fall anspruchsvoll aber wer nicht zum ersten mal in den Bergen ist und im besten Fall noch klettern geht wird hier keine Probleme haben. Für blutige Anfänger ist zu Beginn sicherlich der Weg durch die Partnachklamm empfehlenswerter. Dazu haben wir auch einen Artikel geschrieben: So besteigst du Deutschlands höchsten Punkt, die Zugspitze.

Zeitlich ist der Aufstieg an einem Tag machbar. Tageslicht wird im Sommer kein Problem sein, nur die Öffnungszeiten der Bahnen könnten ein Problem darstellen. Wir wollten den Aufstieg in vollen Zügen genießen und keine Zeitdruck haben, deshalb haben wir eine Übernachtung auf der Hütte eingeplant. Unser Zeitdruck kam letztlich durch das Wetter.

Tipp: Informiere dich über die aktuellen Zeiten von Gondel und Zahnradbahn für die Abfahrt. Die offizielle Website mit den Fahrzeiten findest du hier (zur Website).

Die Besucherhorden auf dem Gipfel sind kein Problem. Die Gastronomie bedient jeden schnell genug und einen Platz findet man auch immer noch. Unterwegs auf den Wanderwegen verteilen die Wanderer sich sehr gut. Am Übergang von Gletscher auf Fels gab es jedoch einen längeren Stau und danach wird es wegen dem Klettersteig etwas schwieriger zu Überholen.

Unsere Gruppe, die gemeinsam auf die Zugspitze gestiegen ist

… die Wanderung ist der Wahnsinn! Jeder, der sich fit genug fühlt einen solchen Aufstieg schaffen kann sollte ihn machen! Es gibt im gesamten Land wohl nicht so viel zu sehen wie hier an einem Tag! Als nächstes Steht bei uns der Jubiläumsgrat auf dem Programm.

Bist du bereits auf die Zugspitze gestiegen? Welchen Weg bist du gegangen und wie hat er dir gefallen. Lass uns einen Kommentar da, wir würden gerne mehr erfahren!

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