So baust Du ein Bett in Dein Auto ein

Mein Campingwagen war ein Chevrolet Venture aus den Jahr 2004. Vor dem Kauf dachte ich nicht, dass der Wagen so gut geeignet zum Campen ist. Nach dem Einbau eines Bettgestells war der Innenraum übrigens sehr gut eingeteilt und die Schlafmöglichkeit sehr bequem. In diesem Artikel möchte ich mit Dir teilen, wie der Wagen eingerichtet war.

Weiterlesen

Der Weg nach Westen

Von allen Orten die ich je besucht habe ist keiner wie Threeways im Northern Territory im australischen Outback. Und vor kurzem habe ich mich wieder ganz deutlich an diesen Ort zurück versetzt gefühlt, denn selten ist der Zwang eine Entscheidung treffen zu müssen so offensichtlich, der Status Quo so unwirtlich und der Rückweg so ausgeschlossen wie hier. Threeways. Wenn du jemals dort hin kommst sag dem Tankstellenbesitzer dass er dir nicht auch drohen braucht dass er deinen Camper abschleppen lässt, denn du hast deine Entscheidung getroffen.

Vergiss die USA

Ich habe meine weitere Reise schon geplant. Mein ziel ist zunächst Miami, Florida. Ich kenne Leute die mich begleiten wollen nur der Zeitpunkt ist nicht klar. Ich stelle ein paar Anzeigen für weitere Mitfahrer auf verschiedenen Portalen online. Ich organisiere mit Literatur über die must-see Attraktionen in den Staaten. Ich pendle zwischen Langeweile, Lustlosigkeit und Desinteresse. Und plötzlich war mir klar, dass ich mich fast auf den muss-man-halt-gesehen-haben-Weg begeben hätte. Als schmeisse ich alle Pläne über den Haufen, sage Mitfahrern ab und fahre noch am Abend los Richtung Westen.

Während ich mit ein paar Umwegen meine 860 km nach Montreal zurückgelegt habe sind die Augen auf der Straße und der Kopf offen für alles. Also habe ich mich gefragt ob es vielleicht etwas verrückt ist die ca. 7000 km Richtung Alaska jetzt so schnell wie möglich zurücklegen zu wollen wo ich doch den Themepark USA mit seinen ach-warst-du-auch-da-?-ich-auch-! Attraktionen direkt vor der Nase habe und in weniger als einem Tag nach New York City fahren könnte.

Und hier bin ich wieder, bei Threeways. USA oder Kanada und Alaska? Die Entscheidung fiel auf Kanada und Alaska, weil ich jetzt nicht in die Staaten will. Das ist eine andere Reise.

Tage des Fahrens

Am 14. Juni traf ich meine beiden Mitfahrer Max und Anny gegen 15 Uhr in einem Shopping Center zum ersten Mal. Beide haben einen guten Eindruck gemacht, stammen aus Quebec und wollen nach Vancouver reisen um dort zu arbeiten. Ausserdem sind sie was camping angeht hart gesotten und lassen sich mit ihrem Zelt überall nieder wo man einen brauchbaren Platz finden kann.

Der Geplant weg von Quebec mach Alberta ist über 3800 km lang

Der Geplant weg von Quebec mach Alberta ist über 3800 km lang

Am 15. Juni fuhren wir von Sudbury weiter bis zu Salut Ste. Marie, wo ich zum Tanken in die Staaten gefahren bin. Anny konnte nicht mitfahren, da sie keinen Pass bei hatte und Max trägt Marihuana für den Eigenbedarf mit sich, weshalb ich die Grenze lieber alleine überquert habe. Drübern habe ich so viel getankt, dass das Benzin bis zum Rand des Einfüllstutzens stand. Mit dieser Füllung haben wir über 800 km zurückgelegt. Umgerechnet hat ein Liter ca. einen kanadischen Dollar gekostet, wohingegen der Preise in Kanada zwischen 1,20 und 1,50 kanadischen Dollar schwankt.

Am Abend haben wir Marathon erreicht. Weil wir keinen Platz für die Nacht hatten, hat Max bei einem Motel gefragt, ob wir hinter den Gebäude unser Zelt für eine Nacht aufstellen dürfen. das war kein Problem, wir sollten nur darauf achten, dass es hier in der Gegend Bären gibt. Wir haben uns also einquartiert, ich schlief im Auto und die beiden im Zelt. Die Toiletten des Hotels durften wir mitbenutzen, es war also ein ziemlich guter Campingplatz.

Am nächsten Morgen sind wir ohne große Eile um 7:30 aufgestanden und haben gefrühstückt. Der Tag wird anstrengend. Unser Ziel ist Winnipeg und ich starte das GPS, um mir Details zum Weg anzeigen zu lassen. 1025 km bei einer geschätzten Zeit von 12:45 Stunden. Das Navi zeigt von dort wo wir sind nur einen geraden Strich zum Horizont an, was mit der aktuellen Situation ziemlich genau übereinstimmt. Dreizehn Stunden Autofahrt könnten wir schaffen.

Nach zehn Stunden fahrt und länger andauerndem Regen wurde die Fahrt bei (mittlerweile) Nacht anstrengend. 150 km fehlen uns noch aber keine Chance dass wir das noch schaffen könnten. Deshalb suchen wir uns irgendetwas, egal was, wo wir vom Highway abfahren können und landen neben dem Falcon Lake ca. 150 km vor Winnipeg. Wegen dem starken Regen denken wir gar nicht erst darüber nach ein Zelt aufzustellen und suchen stattdessen eine Bleibe auf einem Campingplatz der schon seit Stunden geschlossen ist. In den Duschräumen werden wir fündig und die beiden quartieren sich mit ihren Schlafsäcken dort ein.

Ich stehe hingegen noch mit meinem Auto vor dem Park und wollte mich gerade schlafen legen als ein Auto mit Parkwächtern hinter mir anhält und mit seinen gleissenden Scheinwerfen meinen Kofferraum ausleuchtet. Letztlich komme ich mit einem Ranger ins Gespräch und man sagt mir dass, da ich nachts um ca. 1:00 Uhr angekommen bin und um 7:00 Uhr wieder fahren werde, mich kostenlos auf den Campingplatz stellen sollte. Was ich mache ist ausserdem illegal und von Freedom Camping hat noch niemand jemals was gehört.

Somit stand ich letztlich um 2:00 nachts neben Max und Annys Bleibe, habe die beiden informiert und diesen Text geschrieben. In fünf Stunden wird mein Wecker schellen und wir werden in Winnipeg einen Brenden einsammeln und zu viert nach Calgary fahren. 1400 km stehen uns bevor. Diesmal bin ich sicher dass ich das nicht an einem Tag schaffen kann.

Heute treffen wir Brendan

Ein neuer Tag, nur 150 km bis Winnipeg wo wir Brendan einsammeln werden. In einem Industreipark vor Winnipeg verlassen wir den schon seit Stunden kurvenlos geraden Highway und fahren zu einem Canadian Tire. Ich will einen Ölwechsel machen lassen. Eigentlich wollte ich ihn selber vornehmen und habe den Filter und 5W-30 Öl schon zur Hand aber ich habe seit Tagen keinen geeigneten Ort gefunden an dem ich mein Auto aufbocken kann um an den Filter zu kommen. Da letztlich der Wechsel mit Service 4$ mehr kostet als es selber zu erledigen tausche ich meinen Filter um und lasse es bei einem Canadian Tire machen.

Wir warten gemeinsam auf Brenden

Wir warten gemeinsam auf Brenden. Actionshots sind ganz klar obligatorisch 😀

In der Zwischenzeit konsumieren wir bei Mc Donalds das Internet und warten auf Brenden. Zum verabredeten Zeitpunkt erscheint er bei uns, wir laden sein Gepäck ein und fahren zu viert durch Winnipeg Richtung Westen. Der nächste Stop ist, weil alles andere unrealistisch ist, Regina.

Unterwegs fahren wir verschiedene Punkt an, an denen wir ins Internet kommen und versuchen für Regina einen Couchsurfing Host für den Abend zu finden. Tatsächlich meldet sich in letzter Sekunde Nick und ist bereit uns für die Nacht aufzunehmen.

Couchsurfing bei Nick. Von links: Max, Nick, Brenden, Anny

Couchsurfing bei Nick. Von links nach lechts: Max, Nick, Brenden, Anny

Was in der Tat ziemlich interessant war, da wir uns alle über den Boden verteilt niedergelegt haben und Nick selber im gleichen Raum auf dem Boden geschlafen hat.

Am nächsten Tag haben wir es bis Calgary geschafft, wo Brendan uns ursprünglich eine Unterkunft angeboten hat, was aber leider in letzter Sekunde geplatzt ist. Aus dem Grund haben wir uns alle zusammen für die Nacht im Auto einquartiert und den Walmart Parkplatz als Standort ausgewählt.

Am letzten Tag der Reise treffen wir Alexandra die nur von Canberra nach Banff mitfährt. Dort gehen wir noch gemeinsam essen und verabschieden uns dann wieder.

Zwischendurch noch eine Runde schwimmen. Von links: Max, Alexandra, Anny, Markus

Zwischendurch noch eine Runde schwimmen. Von links: Max, Alexandra, Anny, Markus

So sind wir nun fünf Tage lang gemeinsam Richtung Westen gefahren. Die Fahrt war, ganz ehrlich gesagt, eine phantastische Erfahrung mit super Leuten.

Und die letzten News sind …

Unsere Wege trennen sich morgen. Die beiden reisen weiter Richtung Vancouver und für mich stehen ein paar Vorbereitungen für Alaska an. Ausserdem will ich ein paar Mitfahrer zusammentrommeln, die ebenfalls in meine Richtung fahren. Bis Anchorage stehen mir wieder 3500 km bevor.