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Klettern

Fehler beim Mehrseillängen Klettern

Mehrere Seillängen zu klettern ist nicht zu unterschätzen. Es können eine ganze Reihe Fehler gemacht werden, die Teilweise zu gefährlichen Problemen führen. Zwar kann man alle diese Fehler vermeiden, dazu sollte man sie aber erst einmal kennen. Wir gehen nachfolgend die größten Fehler durch.

1. Zu später Start

Zeitmanagement ist bei einer Mehrseillängen-Tour sehr wichtig. Überschätzt man sich und wird im schlimmsten Fall von der Dunkelheit oder einem Unwetter überrascht, kann das zu ernsten Probleme führen.

Deswegen

  • Früh genug in eine Route einsteigen! Noch am frühen Morgen die Dunkelheit nutzen, um bereits sehr früh zu starten, ist nicht ungewöhnlich.
  • Wer bisher Erfahrungen mit kurzen Routen hat, sollte sich langsam steigern. So bekommt er ein Gefühl dafür, wieviel mehr Zeit entsprechende Routen brauchen.
  • Lieber etwas mehr Spielraum einplanen, da es unterwegs zu Probleme kommen kann, die dann Zeit kosten. Eine schwierige Passage oder ein schwer lesbarer Routenverlauf.

2. Fähigkeiten überschätzt

Wer vom Sportklettern gewissen Schwierigkeitsgrade gewöhnt ist sollte für Mehrseillängen-Touren zwei Stufen davon abziehen. Nicht zu selten glauben Kletterer, dass in Mehrseillängen der gleiche Grad geklettert wird, wie beim Sportklettern. Die mentalen Herausforderungen sind aber anders und wird beispielsweise mir Gepäck geklettert, kann man nicht volle Leistung bringen!

Deswegen

  • Klettere zwei Grade unter deinem Level. Wechsle zum Beispiel von der 7 zur 5.
  • Nimm die Sicherheitshinweise ernst. Mit Steinschlag ist beispielsweise nicht zu spaßen.
  • Kannst du mit einem erfahrenen Kletterer zusammen starten, so kann er gut einschätzen was passt und was zuviel ist.

3. Wetter nicht beachtet

Da Touren den gesamten Tag dauern können und in den Bergen das Wetter auch umschlagen kann, solltest du für solche Fälle vorbereitet sein. Morgens kann es frisch sein, tagsüber unerträglich heiß und abends wird es wieder kalt. Ebenso kann es immer älter werden, je höher du kommst.

Deswegen

  • Habe immer die Mindestausrüstung dabei: (zusätzliche) Kleidung, Stirnlampe, Handy und Erste-Hilfe-Set.
  • Bist du auf der Südseite unterwegs? Denk an Sonnencreme und pack genügend Wasser ein.
  • Schau dir die Wettervorhersage und den Regen-Radar an. Das Wetter kann im Laufe des Tages komplett umschlagen und dann willst du nicht in der Wand sein. Passiert es doch, so solltest du eine leichte Regenjacke dabei haben, die dich vor dem gröbsten schützt. Auch bei Kälte ist zumindest eine leichte Jacke besser als nichts.

4. Fehler beim Routenlesen

Manche Routen sind schwer zu lesen und wenn man sieht geht ist es ganz schlecht, wenn man mal falsch abbiegt. Landet man plötzlich in einer deutlich schwierigeren Route und kommt nicht mehr zurück, dann steckt man in Schwierigkeiten!

Deswegen

  • Studiere die Karte ganz genau. Führe am besten einen Plan der Route mit, denn du unterwegs leicht zugänglich hast. Solange es sich nicht gerade um sehr kurzen Routen handelt wirst du sicher noch ein paar mal in die Karte schauen müssen.
  • Hol dir Tipps von Leuten, die die Route bereits kennen. Entscheidende Hinweise stehen vielleicht nicht im Topo.

5. Abseilen unterschätzt

Das Abseilen ist ein entscheidender Punkt beim Klettern. Es kann sein, dass Routen für dich nicht in Frage kommen, weil du beispielsweise mit einem 60m Einfachseil unterwegs bist, dich aber 50m am Stück abseilen können müsstest. So etwas muss dir vorher bekannt sein!

Deswegen

  • Informiere die bei deiner Route genau so detailliert über den Weg nach unten, wie über den Weg nach oben!
  • Bedenke den Zeitaufwand beim Abseilen. Es ist möglich, dass du durchaus ein oder mehrere Stunden für den Weg nach unten benötigst.
  • Wo seilst du dich ab? Oft genug gibt es Abseilpisten ein Stück weit von der Route entfernt und die Ösen in der Route sind auch nicht zu Abseilen geeignet. Du musst dann wissen, wo du hin musst.
  • Überstürze nichts und achte genau wie beim Aufstieg auf die Sicherheit. Das Sicherungsgerät muss korrekt eingelegt sein und du solltest einen Prusik verwenden.
  • Auch auf dem Weg nach unten muss die Kommunikation mit dem Partner stimmen.

6. zu kurzes Seil

Dein Seil muss für die Route hinreichend sein. Beim Abseilen sind häufig viel mehr Meter am Stück zu überwinden als beim Aufstieg. Das ist sinnvoll, da du dann auch schneller unten ankommst. Andererseits musst du dir die Abseilroute separat zu den Seillängen beim Aufstieg anschauen und abschätzen, ob dein Seil hier ausreicht.

Deswegen

  • Kenne die Abseilrouten und wisse, wie lang dein Seil mindesten sein muss. Ist dein Seil zu kurz, kannst du die Route nicht klettern!
  • Seil dich nicht Abseilständen vorbei ab. Es kann sein, dass du den nächsten Stand nicht erreichst und dann ein Problem hast. Eventuell ist der Aufstieg dann auch nicht mehr möglich und du musst die Bergrettung rufen.

7. Verlust von Gerätschaft

Du solltest immer vorsichtig mit deiner Gerätschaft umgehen und nichts verlieren. Kommt es doch mal dazu, so musst du mit dem weitermachen, was du hast. Wenn du keine alternativen Techniken beherrscht, dann bist du ansonsten aufgeschmissen.

Deswegen

  • Benutze deine Gerätschaft am besten immer so, dass sie stets irgendwie gesichert.
  • Habe eventuell ein Ersatzgerät dabei, das du nach dem Verlust einsetzen kannst.
  • Beherrsche die einfachsten Techniken, für die du lediglich einen Karabiner und etwas Reepschnur brauchst. Dann kannst du dich auch ohne dein Sicherungsgerät ablassen.
  • Lass dich notfalls von deinem Kletterpartner ab und nichts mehr geht musst du die Bergrettung rufen.

8. Unterschiedlich lange Seilenden

Stellst du unterwegs fest, dass die Seilenden nicht gleichlang sind, dann bist du in einem Problem das leicht hätte vermieden werden können.

Deswegen

  • Lege immer die Seilmitte durch den Abseilpunkt.
  • Wenn die Mitte nicht mehr erkennbar ist, dann erneuere die Markierung regelmäßig mit einem geeigneten Stift.
  • Mache immer Sicherheitsknoten an beide Seilenden. Dies ist deine letzte Rettung, wenn du nicht bemerkt hast, dass du bereits am Seilende angekommen bist. Ein großteil der tödlichen Stürze gehen auf fehlende Knoten am Seilende zurück!

9. Seil verfängt sich

Wenn sich das Seil verhängt kann das auch wieder Probleme bedeuten. Schau dir deswegen die Beschaffenheit der Wand gut und und wirf das Seil kraftvoll in die beste Richtung hierfür. Das Seil kann sich zwar immer verfangen, du kannst aber zumindest die Wahrscheinlichkeit stark reduzieren.

Deswegen

  • Wirf das Seil kontrolliert an eine günstige Position.
  • Nimm das Seil vor dem Wurf geordnet auf.

10. Wassermangel

Man will zwar an Gewicht sparen, auf Wasser zu verzichten ist jedoch quatsch. Trinkst du vor dem Einstieg nochmal eine große Portion, dann musst du nicht ganz so viel mit in die Wand nehmen. Hast du zu wenig Wasser dabei, hilft alles nichts, dann musst du durchhalten.

Deswegen

  • Trink vor Beginn genügend Wasser.
  • Nimm genügend Wasser mit!

Fazit

Wie du siehst lassen sich alle Probleme vermeiden. Solltest du trotz Handeln nach bestem Wissen und Gewissen mal feststecken, dann ist es angemessen die Bergrettung zu rufen. Denk daran, dass es teuer werden kann, es sei denn du bist beispielsweise über eine DAV-Mitgliedschaft für Bergrettungen versichert.

Was für Fehler und Problem fallen dir noch ein oder ist unsere Liste vollständig? Lass uns gerne einen Kommentar da und wir können unsere Liste entsprechend erweitern!

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