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Asien

Eine Reise durch Vietnam #11 – Củ Chi Tunnelanlagen

Wir haben mittlerweile gelernt, dass es besser ist eine komplette Tour zu buchen, als sich selber um Anreise zu kümmern. Unsere aktuelle Reise geht zu den Củ Chi Tunnelanlagen, bekannt aus verschiedenen Vietnam Kriegsfilmen. Das Ziel ist etwa 60km nord-westlich von Saigon.

Leben in den Tunnelanlagen

Die Củ Chi Tunnel wurden über 20 Jahre lang gegraben und immer weiter vergrößert. Die Vietnamesen haben sich im Krieg vor den US Soldaten in diesen Anlagen versteckt und Überraschungsangriffe geführt. 18.000 Menschen haben in den Tunnelanlagen gegraben, gearbeitet und gelebt. Meist haben die Frauen die Tunnel gegraben, während die Männer gekämpft haben. Das Tunnelsystem ist 200km lang und bis zu 10m tief. Es gibt Belüftungssysteme, Küchen, Aufenthaltsräume, Fallen für die Feinde und so weiter. Es wurden sogar Kinder in den Tunneln geboren, die erst nach einigen Jahren das Tageslicht gesehen haben. Dazu ein Auszug von Wikipedia

Die ersten Tunnel von Củ Chi entstanden 1948 im Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich, um Waffen, Vorräte und Menschen zu schützen. Nachdem die Vietnamesen über die Franzosen gesiegt hatten, entsandten die USA Truppen nach Vietnam. Als sie unweit von Củ Chi ein Hauptquartier errichteten, ahnten sie noch nicht, dass der Feind unter der Erde lauerte. In den 1960er-Jahren erweiterten vietnamesische Partisanen, die Vietcong, das Tunnelsystem in Ausdehnung und Tiefe massiv, bis es schließlich auf eine Gesamtlänge von 200 Kilometern auf drei Ebenen angewachsen war. Unter der Erde waren ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Die unterirdischen Gebäude waren durch Tunnel von ca. 80 cm Höhe und 60 cm Breite verbunden. Als Eingänge dienten mit Grasbewuchs und Laub getarnte Klapptüren. Die Eingänge waren zudem durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen wie Bambus-Spieße gesichert.

Die Amerikaner haben tagsüber Krieg geführt. Der Vietcong hingegen ist Nachts aus seinem Versteck gekommen um Fallen zu bauen, die Amerikaner aus dem Hinterhalt anzugreifen und sich in den nahen Dörfern mit Nahrungsmitteln zu versorgen, üblicherweise Süßkortoffeln und grüner Tee.

Aufbau der Tunnelanlagen

Man sieht am Modell, dass die Tunnel auf drei verschiedenen Ebenen gegraben wurden

Die viereckigen Räume (mit dem Licht) waren die Mannschaftsräume, die Küche, die Krankenstation. Von der zweiten Etage aus wurde gekämpft und in die dritte Etage (10m unter der Erde) haben sie sich zurückgezogen, wenn schwerer Beschuss war oder die Amerikaner in die Tunnelanlagen eingedrungen sind. Allerdings wurden die Tunnelanlagen mit Verengungen gebaut, so dass nur noch die dünnen, kleinen Vietnamesen hindurch passten, nicht aber die Amerikaner.

Es gibt Tunnel, in die man sich rein zwängen kann. Wie man sieht ist die Tarnung sehr gut

Die Tunnelanlage besaß 3 Etagen. Die Oberste lag 3-4 Meter unter der Erde. Die zweite Etage lag 6 Meter unter der Erde und diente als Unterschlupf für Kinder, ältere Menschen und verletzte Soldaten. Die Unterste, 8-10 Meter unter der Erde, beherbergte Krankenhäuser und sonstige Heilstätten. Trotz mehrmaliger Versuche der amerikanischen Streitkräfte gelang ihnen nicht die Zerstörung der Tunnel – weder durch Flutung, noch durch starkes Bombardement mit B 52, noch durch Einführen von Giftgas in die Anlage. Die Zerstörung des gesamten Tunnelsystems war nach Aussagen eines amerikanischen Kommandeurs wegen seiner Tiefe und Ausdehnung nicht möglich. Von den geschätzt 18.000 Widerstandskämpfern kamen ein Drittel bei Kampfhandlungen um.

So sieht es aus, wenn man in einen der Tunnel einsteigt. Dieser ist als Beispiel für Touristen angelegt

Kämpfe in und um die Tunnel

Die Amerikaner benutzen Spürhunde um die Eingänge zu finden. Sobald sie was fremdes gerochen haben, bellten sie. Die Vietnamesen haben daraufhin die Eingänge mit Amerikanischer Seife eingerieben, so dass der Geruch den Hunden vertraut war.

Als Tunnelratten wurden US-amerikanische, australische und neuseeländische Soldaten bezeichnet, die im Vietnamkrieg zur Feindbekämpfung in unterirdische Tunnel eindrangen, die der Vietcong angelegt hatte. Manche dieser Tunnel waren kaum größer als eine Person breit war, so dass es sich um eine anstrengende und gefährliche Tätigkeit handelte.

Ein von den Amerikanern erbeuteter Panzer

Im Tunnel war es sehr eng. Die Echten Anlagen waren nur 60cm hoch und 40cm breit. Schon in dem Touristentunnel hat man die Wärme gespürt, die sich in den Tunneln staute. Wahnsinn wie hier 18.000 Menschen leben konnten. Es sei aber auch erwähnt, dass im Krieg 10.000 der Tunnelbewohner ihr Leben ließen – im Tunnel. Die Verstorbenen liegen noch heute in dem Gebiet verschüttet.

Die Tunnelbewohner hatten ständige Attacken von Giftschlangen, Ratten und anderem Ungeziefer zu ertragen. Auch die enorme Hitze im gesamten Tunnel stellte ein großes Problem dar.

Effektive Fallen

Der Film Apocalypse Now gibt einen kleinen Eindruck in den Vietnamkrieg. Vor allem in dessen Sinnlosigkeit. Hier vor Ort haben wir uns dann noch die Fallen angesehen, die die Vietnamesen für die Angreifer aufgestellt haben. Die Brutalität der Fallen war notwendig, um Abschreckung zu erreichen.

Unser Guide demonstriert diverse Fallen, die von den Vietnamesen überall für die Amerikaner aufgestellt wurden

Die Fallen sind natürlich so gedacht, dass jemand der hinein tappt sofort tot oder schwer verwundet ist. Die Amerikaner haben große Menge an Bomben über Cú Chi abgeworfen. Das gesamte Gebiet war quasi ausradiert. Es standen keine Bäume mehr, alles war kahl und niedergebrannt.

Bei der “Rolling Trap” ist klar, wer hier rein fällt ist außer Gefecht gesetzt

Unter der Erde aber lebten die Vietnamesen weiter in ihren Höhlen und mussten sich verteidigen. Sie haben beispielsweise die amerikanischen Bomben die nicht detoniert sind gesammelt, geöffnet und eigene Bomben aus dem Material und dem Sprengstoff hergestellt. Es sollte auch klar sein, dass das eine sehr gefährliche Aktivität war.

Bomben der Amerikaner, die nicht hochgegangen sind wen recycelt

In der Pause haben wir das gegessen und getrunken, was die Tunnelbewohner meist gegessen haben. Das Essen haben sie sich Nachts in den Dörfern, von denen sie versorgt wurden, geholt. Das Essen war üblicherweise Süßkartoffeln und Tee.

Nebenan gibt es einen Schießstand an dem z.B. mit der AK47 geschossen werden kann

In diesem Krieg sind ca. 1.000.000 vietnamesische Soldaten gestorben, 2.000.000 Zivilisten und 60.000 US Soldaten. Man sieht in dem Gebiet um Cu Chi auch, dass es keine älteren, großen Bäume gibt. Im Krieg wurde das gesamte Gebiet schwer Bombardiert und mit Napalm niedergebrannt. Der Dschungel wurde vernichtet.

Videos aus den Tunneln

Das erste Video zeigt das unterirdische Tunnelsystem das wir betreten konnten. Natürlich ist dies ein extra für Touristen angelegter Tunnel. Die richtigen Tunnel waren wesentlich kleiner und weniger luxuriös.

Das zweite Video zeigt die Fortsetzung und den Ausstieg aus dem Tunnelsystem. Es ist beengend, wobei der Tunnel gegenüber den originalen Tunnels wesentlich vergrößert wurde um Touristen genug Platz für eine Besichtigung bieten zu können.

Das dritte Viedeo zeigt einen Einstieg in das Tunnelsystem der eher mit den originalen Verhältnissen vergleichbar ist. Der Deckel war übrigens aus Holz, damit er während der Regenzeit dicht verschließt. Uns wurde etwas von Ausdehnung des Holzes bei Feuchtigkeit erzählt.

Der Vietnamkrieg war verrückt und die Amerikaner haben ihn verloren. Kannst du dir vorstellen in den Tunneln zu leben? Warst du bereits hier und hast dir die Anlagen angesehen? Lass uns eine Nachricht da!

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