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Alaska

Ein Road Trip durch Alaska

Ein Abenteuer endet und das auf außerordentlich angenehme Art und Weise. Zuletzt sind wir nämlich per Kanu von Whitehorse nach Carmacks gefahren und von dort per Anhalter zurück nach Whitehorse. Die Leute, die uns mitgenommen haben, luden uns außerdem in ihr Ferienhaus am Little Fox Lake im Yukon ein. Und dort wartete ein wahres Urlaubsparadies auf uns.

Ein Abenteuer endet und das auf außerordentlich angenehme Art und Weise. Zuletzt sind wir nämlich per Kanu von Whitehorse nach Carmacks gefahren und von dort per Anhalter zurück nach Whitehorse. Die Leute, die uns mitgenommen haben, luden uns außerdem in ihr Ferienhaus am Little Fox Lake im Yukon ein. Und dort wartete ein wahres Urlaubsparadies auf uns.

Bevor das Abenteuer Alaska beginnt endet das letzte Abenteuer: Ein Tour Über den Yukon.

Wo das letzte Abenteuer endete

Wir holten unsere Autos in Whitehorse ab und machten uns auf zum Ferienhaus unserer neuen Freunde. Vor Ort trafen wir weitere Reisende, die zufällig vorbeigekommen sind. Hauptsächlich Radfahrer die von Alaska nach México unterwegs sind. Im Vergleich komme ich mir mit meinem Auto schon wie ein bequemer, alter Tourist vor. Luan, unsere Gastgeberin, hat die Leute auf dem Highway getroffen.

Unsere Zeit im Ferienhaus

Am ersten Tag im Ferienhaus haben wir (Alisa & Simon mit denen ich eine Woche auf dem Yukon River Kanu fahren war) uns unterhalten, Bier getrunken, im heißen Pool gesessen und einfach entspannt.

Am zweiten Tag kam noch ein großer Teil der Familie vorbei und wir haben den Tag über eine ausschweifende Feier zelebriert. Zusammengefasst haben wir wieder im heißen Pool gesessen, Trinkspiele gespielt, Luftgewehr geschossen, sind in den fürchterlich kalten See gesprungen und ein paar Leute haben sich dezente Tätowierungen machen lassen die nach 3 bis 5 Jahren wieder verblassen sollen. angeblich.

Whitehorse im Yukon, Kanada. Der kleine Ort an dem ich viele Leute mit großem Herz kennen gelernt habe 🙂

Die beste Zeit geht aber leider auch vorbei und so sind nach zwei Tagen die meisten Leute wieder abgereist. Unter anderem wir.

Zurück nach Whitehorse

In Whitehorse trafen wir uns alle wieder und dort waren wir auch herzlich in das Haus unserer neuen Freunde eingeladen.

Das Haus unserer neuen Freunde in Whitehorse

Das Haus unserer neuen Freunde in Whitehorse

Wir kamen an einem neu gebauten Holzhaus in Whitehorse an. Im Eingangsbereich stapelten sich bereits Schuhe, denn das Haus war gut besucht. Wir wurden zum Abendessen eingeladen und es waren noch weitere Freunde der Familie zu Besuch. Man bot uns Betten an, wir durften die gesamte Einrichtung benutzen und uns am Kühlschrank bedienen. Irgendwie kam das Gefühl auf gar nicht mehr gehen zu wollen.

Alisa, Simon und ich gehen getrennte Wege

Leider musste Alisa bereits am nächsten Tag abreisen. Ihr Heimflug war gebucht und dieser Teil unserer gemeinsamen Reise ging somit zu Ende. Zwar viel zu schnell aber trotzdem sehr schön. Simon hat sich am nächsten Tag auf den Weg zum Tombstone Nationalpark gemacht und damit bin ich erstmal wieder alleine unterwegs.

Das nächste Abenteuer begann

Es wird Zeit die Reise nach Alaska anzutreten. Die Arbeit beginnt also wieder. Ich habe schon vor der Kanutour Anzeigen für Mitreisende nach Alaska geschaltet. Diesmal allerdings kontaktiert mich Maik, den ich schon aus Banff kenne. Er hat seinen Job hingeschmissen und wäre gerne dabei. Isabel, mit der ich von Banff nach Whitehorse gefahren bin ist auch interessiert und so steht die Reisegruppe für Alaska eigentlich schon fest. Es gibt ein paar Tage Wartezeit bis Maik die 2500 km von Banff nach Whitehorse zurückgelegt hat. Wir planen deshalb uns am Samstag im Haus meiner neuen Freunde zu treffen. Bis dahin sind noch 5 Tage Zeit.

Kluane National Park

Kluane National Park, Blick vom Sheep Mountain Richtung nördliches Visitor Center

In der Zwischenzeit fahre ich in den Kluane Nationalpark, der mal so nebenbei erwähnt der reine Wahnsinn ist. Aber dazu gibt es einen separaten Bericht in Bild und Ton.

Blick nach Alaska

Blick nach Alaska vom King’s Throne im Kluane National Park

Am Samstag komme ich aus dem Kluane National Park zurück Es sollte eigentlich ein kurzer Trip werden, trotzdem zeigt mein Tacho 600 km an. Nicht schlimm, es hat sich absolut gelohnt! Außerdem ist Sprit aktuell richtig günstig.

Neue alte Freunde

Mit Isabel treffe ich mich am Mittag in der Tourist Information in Whitehorse. Hier ist der optimale Ort, um sich über potenzielle Ziele zu informieren. Der eigentlich geplante Chilkoot Trail bei Skagway hat eine Zugangsbeschränkung von 50 Leuten pro Tag und da wir Maik und seinen Mitfahrer nicht kontaktieren können machen wir besser keine Reservierung. Stattdessen wägen wir Alternativen ab. Wir können in den Kluane National Park und dort eine 3 bis 5 tätige Gletschertour machen oder im Tombstone Territorial Park wandern gehen. Es bleibt zu entscheiden, wenn Maik ankommt.

Von links: Isabel, Maik, Patrick und ich

Von links: Isabel, Maik, Patrick und ich

Was wir erledigen können machen wir. Beispielsweise besorgen wir uns Campinggeschirr und Wasseraufbereitungstabletten. Auf eine mehrtägige Wanderung werde ich nicht mehr als einen Liter Wasser mitnehmen sondern Flusswasser abkochen oder mit Chemie behandeln.

Tipp: Die besten Orte Ausrüstung und Nahrung für einen Road Trip durch Alaska zu besorgen sind Whitehorse, Fairbanks und Anchorage. Diese Orte bieten große Supermärkte.

Ein paar Stunden später meldet Maik sich. Er und Patrick sind angekommen. Großartig, es ist gerade mal 18:00 Uhr, das heißt der Tag dauert noch mindestens sechs Stunden. Genug Zeit alles zu erledigen.

Tipp: Ein Sommertag in Alaska dauert über 22 Stunden. Mehrstündige Wanderungen um 18:00 Uhr zu beginnen ist kein Problem.

Die Wettervorhersage für Skagway ist schlecht, das heißt tagelang Regen. Der Trail kommt für uns also nicht in Frage. Der Kluane Nationalpark ist somit unsere erste Wahl. Da wir, wenn wir denn schon bei Haines Junction sind, nicht mehr zurück fahren werden, brauchen wir Nahrungsmittel für mindestens eine Woche. Alle Ortschaften außer Fairbanks und Anchorage sind eher klein und es wird keine Supermärkte geben. Das bedeutet die Lebensmittelpreise werden wesentlich teurer.

Isabels Geschichte

Isabel war meine Reisebegleitung von Banff nach Whitehorse. Sie beschreibt mir den Job war bei dem ich sie abgesetzt habe. Der Work Away Job war eine völlige Pleite, da der Arbeitgeber ausschließlich Frauen eingestellt hat, ihr unangenehm war und sie schleunigst nach neuen Jobs gesucht hat. Tatsächlich hat sie auch sehr schnell etwas gefunden. Für Alaska hat sie nun ein paar Wochen Urlaub genommen und ist beim Road Trip mit dabei.

Maiks Geschichte

Wir stehen in Whitehorse auf dem Parkplatz vom Walmart und warten auf Maik, der am frühen Abend mit Patrick, seinem Mitfahrer von Banff bis Whitehorse, breit grinsend plötzlich über den Parkplatz gefahren kommt. Wir freuen uns einander wiederzusehen, hat die ursprünglich geplante, gemeinsame Reise beim letzten Mal nicht funktioniert, so steht ihr diesmal nichts im Wege.

Tipp: Sieh Dir Maik’s Vlog zu unserer Reise durch Alaska an.

Bei unserem ersten Treffen hat Maik sich entschieden zunächst zu arbeiten und später nach Alaska zu reisen. Grund hierfür ist, dass sein gesponserter Reiseblog über Work & Travel bisher nur Reisen und keine Arbeit enthält. Maik war somit in Zugzwang. Mit den zwei Wochen Arbeit war er aber der Meinung seinen Soll erfüllt zu haben und ist nun beim Road Trip dabei.

Patricks Geschichte

Patrick ist ein neues Gesicht aber da er die Reise nach Alaska mit uns antreten möchte reisen wir ab sofort zu viert. Maik hat Patrick auf der Suche nach einem Mitfahrer nach Whitehorse über Facebook kennen gelernt.

Alaska ruft

Die ursprüngliche Möglichkeit im Auto zu campen fällt mit vier Leuten weg, da der Kofferraum bis unter die Decke mit Gepäck und Nahrungsmitteln gefüllt ist und für vier Leute zu wenig Platz im Auto ist (zum Schlafen). Das macht aber nichts, schließlich sind wir hier um ein Abenteuer zu erleben die außerhalb unserer Komfortzone liegen. Mein 30$ Walmart Zelt wird auf die Probe gestellt werden.

Walmart in Whitehorse, Wunderschöne Sonnenuntergänge dauern hier Stunden

Walmart in Whitehorse, Wunderschöne Sonnenuntergänge dauern hier Stunden

Das letzte was nun noch fehlt sind unsere Nahrungsmittelvorräte. Wir gehen also einkaufen …

Wir haben unsere bisherigen Pläne also aufgrund der Wetterlage kurzerhand fallen gelassen und sind zum Tombstone Provincial Park gefahren. Der Dempster Highway ist eine gut in Stand gehaltene Dirt Road und da es am Morgen noch geregnet hat war mein Auto bei Ankunft im Park paniert mit einer harten Kruste aus Dreck.

Whitehorse im Yukon ist der optimale Ausgangspunkt für eine Reise durch Alaska

1. Planung für einen Road Trip durch die Wildnis

1.1 Nahrungsmittel

Der letzte größere Supermarkt war eine Walmart bzw. Canadian Superstore in Whitehorse. Walmart bietet alles außer frischen Nahrungsmitteln, also kaufen wir einen Teil hier und den Rest im Canadian Superstore. Unser Proviant umfasst Brot, Oats, Nudeln, Reis, Softdrinks, Äpfel, Bananen und eine Reihe unverderblicher Lebensmittel. 180$ haben wir ausgegeben aber auf vier Leute verteilt ist das absolut günstig.

1.2 Unsere Unterkunft ist ein 30$ Zelt von Walmart

Üblicherweise schlafe ich im Auto, das ist nun aber nicht mehr möglich denn mit vier Leuten ist die Kapazität von meinem Chevroltet Venture überschritten. Die Ladefläche ist mit Rucksäcken und Lebensmitteln bis unter die Decke gefüllt und generell ist die Obergrenze an Leuten die noch im Auto schlafen können 3. Das bedeutet wir werden die gesamte Reise über jede Nacht zelten. Ich habe ein Zelt im Auto, das man in jedem Walmart für ungefähr 30$ bekommen kann. Keiner von uns ist bereit für Campingplätze Geld auszugeben, deshalb ist fest geplant mit dem Billigzelt wild zu campen.

Ob wildes Campen in Alaska gut funktioniert wissen wir bisher nicht. Offensichtlich gibt es aber so abgelegene Regionen dass uns vermutlich niemand behelligen wird. Im Notfall können wir ja immer auf kommerzielle Campgrounds ausweichen. Auch hier sind die Kosten verschwindend wenn wir durch vier Leute teilen.

Tipp: Whitehorse ist der beste Ort, um den Alaska Road Trip vorzubereiten. Neben großen Supermärkten gibt es Second Hand Geschäfte / Thrift Stores in denen du mit etwas Glück warme Kleidung und weitere Ausrüstung sehr günstig einkaufen kannst.

1.3 Geringe Kosten, da wir alles teilen

Da wir ab sofort sämtlich Kosten durch vier teilen, kommen wir vor allem beim Benzin sehr günstig weg. Unser Lebensmitteleinkauf von 180$ mag teuer erscheinen, da wir aber für vier Leute und über eine Woche eingekauft haben ist es für weniger als 10$ pro Tage sehr günstig.

Tipp: vergleiche vor Deiner Reise Spritpreise bei GasBuddy.com

1.4 Der fahrbare Untersatz

Wir fahren mit meinem Chevrolet Venture der vier Sitze hat. Ich könnte weitere Sitze einbauen die ich beim Schrotthändler sicher billig bekommen könnte aber ich finde eine Reisegruppe mit vier Leuten ist optimal. Maiks Auto bietet nur Platz für zwei Leute, wir lassen es also in Whitehorse bei unseren Freunden stehen.

2. Tombstone Territorial Park, Yukon

Kurz vor Dawson City, der ehemaligen Hauptstadt des Yukons, knickt der Damspter Highway Richtung Norden ab.

An der Mündung zu diesem Highway gibt es eine Tankstelle an der ausschließlich per Karte gezahlt werden kann. Ansprechbare Personen gibt es nicht. Der Nachteil ist, dass keine unserer Visa gebrandeten Kreditkarten funktioniert hat. Erst Patricks Debit Karte hat es uns ermöglicht zu zahlen. Wir sind bereits mit fast leerer Tankanzeige hier angekommen und an eine Weiterfahrt ohne zu Tanken war nicht zu denken. Wir verbrachten also mehr als eine Stunde an dieser Tankstelle.

Tipp: Es ist empfehlenswert mehrere Notfallkarten und Bargeld mitzuführen. So kann man auf eine andere Karte ausweichen oder im schlimmsten Fall auf andere Reisende warten, sie bezahlen lassen und den Betrag dann in Bar an die Helfer zurückzahlen.

Kurz zum ungewöhnlichen Prozess: Der Automat druck zunächst eine Belehrung aus, auf der sich eine Kennzahl befindet. Diese Kennzahl wird beim Bezahlen mit der Kreditkarte eingefordert. Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits 5 Minuten vergangen und wird die Karte nicht akzeptiert startet der Prozess erneut. Jeder einzelne Versuch dauert über 10 Minuten und erklärt unseren langen Aufenthalt an der Tankstelle.

In Dawson City war gerade das Dawson City Music Festival vorbei und viele Reisende schwärmten in die Umgebung. Die eigentlich geplante mehrtägige Wanderung zum Grizzly Lake fiel für uns aus, da die Anzahl zulässiger Wanderer auf die Anzahl verfügbarer Campsites beschränkt ist.

Die wunderschöne Landschaft im Tombstone Territorial Park

Die wunderschöne Landschaft im Tombstone Territorial Park

Letztlich empfahl man uns eine Wanderung quer durch die Wildnis. Wir parkten irgendwo am Straßenrand und begaben uns auf eine dreitägige Wanderung. Ohne Uhr ist es hier unmöglich zu wissen wie viele Tage man unterwegs war, denn die weniger als zwei Stunden dauernden Nächte kann man durchaus mal verpassen und realisiert nicht dass bereits ein neuer Tag anbrach.

Tipp: Reserviere die Grizzly Lake Campsite vor der Anreise um sicher zu sein dass die Wanderung statt finden wird. Weitere Details findes Du auf der offiziellen Seite zum Tombstone Territorial Park.

3. Dawson City

Die ehemalig Hauptstadt des Yukons bietet das Flair einer alten Westernstadt.

Dawson City war früher die Hauptstadt des Yukons

Dawson City liegt direkt neben dem Yukon River, den man nicht per Brücke dafür aber mit der 24/7 verfügbaren Fähre überqueren kann. Der Andrang zur Fähre war erstaunlich überlegt man wie abgelegen dieser Ort eigentlich ist. Auf der anderen Seite des Flusses wartet ein als Hostel bezeichneter Campingplatz (nicht empfehlenswert, 10$ pro Person. Duschen vorhanden jedoch 1$ je Holzscheit zum heizen der Dusche) und etwa 500 Meter weiter ein wesentlich günstigerer Government Campground (sehr empfehlenswert, 10$ für den Platz bzw für uns alle zusammen, bietet aber keine Dusche) der kostenloses Feuerholz bietet.

Die Innenstadt von Dawson City, Erinnerungen an Westernfilme werden wach

Die Innenstadt von Dawson City, Erinnerungen an Westernfilme werden wach

Die Straßen in Downtown ist nicht betoniert, die Häuser sind meißt aus Holz gebaut. Wir bleiben einen halben Tag in Dawson, zahlen pro Person 2,50$ für eine Dusche im RV Park, vergleichen Preise im Grocery Store (sehr teuer), nutzen das Internet in der Tourist Information und fahren am Abend mit der kostenlosen Fähre über den Fluss zu unserem Campingplatz.

Tipp: Der Sourtoe Cocktail ist eine Tradition in Dawson City. Es ist eher eine Mutproble als ein Genuss. Der Slogan: You can drink it fast, you can drink it slow – But your lips have got to touch the toe.

4. Top Of The World Highway

Das Alaska Abenteuer hat nun also begonnen. Der auf Neufundland gehegte Plan nach Alaska zu reisen wird Realität. Über den Top of the World Highway, der auch wieder eine Dirt Road, ist fahren wir nach Chicken. Unterwegs wartet der nördlichste Grenzübergang der USA auf uns, eine kleine unscheinbare Station im Nirgendwo.

Wer nicht in Alaska war hat nicht gelebt” lautet der Werbespruch auf dem Flyer, der neben mir auf der Ablage liegt. Ob das stimmt werden wir bald herausfinden, denn wir sind unterwegs nach Alaska.

Alaska, The Last Frontier

Wir sind startklar. Vor dem Haus unserer Freunde haben wir gepackt und mein Auto bis unter das Dach mit Gepäck gefüllt. Der nächste Stopp ist ein Ferienhaus von Freunden 80 km nördlich von Whitehorse. Dort werden wir nur ein bis zwei Stunden bleiben. Danach geht es zum Tombstone Territorial Park und dann über Dawson City und den Top Of The World Highway nach Chicken, Alaska. Die Reise bis zum Top of the World Highway findet ihr hier.

5. Chicken, Alaska

Wir fahren den Top Of The World Highway. Ein martialischer Name für eine Dirt Road die uns durch das Niemandsland Alaskas führt. Die viel zu hohen Erwartungen, die sich durch andere Reisende maßlos aufgestaut haben, werden nicht erfüllt aber trotzdem ist der Highway wegen seinem Namen und seiner Lage auf dem Globus einmalig.

Wir sind endlich auf dem Top Of The World Highway. Yeah!

Wir sind endlich auf dem Top Of The World Highway. Yeah!

Mit fast leerem Tank kommen wir in Chicken an. Ein lustiger Name für die kleine Ortschaft, in Alaska gibt es aber häufig recht coole Namen. So sind wir später beispielsweise noch am Lost River und der Wrong Way Ave vorbei gefahren.

Chicken ist der erste Ort in Alaska, an dem wir vorbei kommen

Chicken hat nicht viel zu bieten außer Benzin für schlappe 4,89$ pro Gallone, eine Fußgänger Hängebrücke deren Sinn vermutlich rein touristisch ist und einem Souvenier Laden mit leicht erhöhten Preisen und jeder Menge Chicken Fan Artikeln.

Chicken, Alaska. Nicht viel los. Wir machen erstmal Spiegeleier

Chicken, Alaska. Nicht viel los. Wir machen erst mal Spiegeleier

Wir machen uns ein paar Spiegeleier.

6. North Pole, Alaska

Wer hätte damit gerechnet: Auf unserem weiteren Weg kommen wir in North Pole an. Ein kleiner Ort in dem sich alles um Weihnachten dreht. Wir werden von einer riesigen Santa Claus Statue empfangen, Straßenlaternen sind wie Candy Sticks geschmückt und Straßennamen sind von Weihnachtsfiguren abgeleitet. Im North Pole Souvenier Shop gab es allen erdenklichen Klimbim für Weihnachten zu kaufen und sogar Santa Claus ist persönlich unter der Woche dort und hört sich Wünsche an.

Ich übernehme für Santa Claus, er kommt erst um 9:00 Uhr

Ich übernehme für Santa Claus, er kommt erst um 9:00 Uhr

7. Fairbanks, Alaska

Der nächste größere Stopp ist Fairbanks. Weil wir den Stempede Trail zum Magic Bus gehen wollen, fragen wir in der Tourist Information nach Details. Dort sagt man uns allerdings nur, dass der Trail nicht durch den Staat Alaska unterstützt wird, der Bus nicht sehenswert ist und wir uns wahrscheinlich umbringen wenn wir dort hin wandern. Immerhin hat unsere Ansprechpartnerin einen Standpunkt, wenn auch einen unangenehm negativen.

Alaska Liberia WWII Monument in Fairbanks

Alaska Liberia WWII Monument in Fairbanks

Man empfiehlt uns aber außerdem noch die heißen Quellen bei Chena, die wir problemlos überleben können. dort verbringen wir also den restlichen Tag.

8. Chena Provincial Park

Chena ist ein kleiner Provincial Park östlich von Fairbanks. Man hat uns gesagt es gibt hier eine heiße Quelle in der man schwimmen gehen kann. Wir fahren also die läppischen 100 km, vorbei an allen Wanderwegen und Seen, direkt zur heißen Quelle.

15$ Soll der Eintritt in das Schwimmbad kosten. Wir sahen uns also dem Problem des zu hohen Preises gegenüber und außerdem hatten wir auf eine weniger kommerzielle heiße Quelle gehofft. An der Kasse bekommen wir die Info, dass die heiße Quelle hinter dem Gebäude im freien liegt und wir sie gerne erst einmal ansehen können.

Wir bleiben über nacht, machen BBQ und trinken Alaskan - das beste Bier überhaupt

Wir bleiben über nacht, machen BBQ und trinken Alaskan – das beste Bier überhaupt

In der Tat liegt sie so sehr im Freien, dass wir uns überlegen den kostenpflichtigen Eintrittsteil zu überspringen und uns direkt neben dem Becken umziehen und hinein steigen.

Wir verbringen noch einen Tag im Park und haben dann auch genug gesehen, um wieder nach Fairbanks zu fahren. Fairbanks ist eine nicht in Erinnerung bleibende Stadt deren Einkaufsviertel wesentlich interessanter ist als die Innenstadt. Auch die Tourist Information kann uns nur Downtown als Sehenswürdigkeit nennen. Und da heute Samstag ist haben sogar die Kneipen länger auf. Nämlich bis 21:00 Uhr.

Fairbanks liegt irgendwo, gefühlt am Ende der Welt, in Alaska

Was von Fairbanks nun in Erinnerung bleibt ist ein Betrunkener, der laut schreiend durch die Innenstadt läuft und Schilder um tritt. Die zu belächelnden Akte der Gewalt wurden dadurch verniedlicht, dass er von größeren Schildern nur abprallte und hinfiel. Das war also Fairbanks.

9. Der Stampede Trail

Neuer Tag neues Glück und vor allem neue Ansprechpartner in der Tourist Information Fairbanks. Diesmal gibt man uns hilfreiche Informationen über den Stempede Trail. Nämlich dass es ein oft gelaufener Wanderweg mit täglich drei bis fünf Besuchern ist, der aber im Moment nicht empfehlenswert ist da der lange andauernde Regen die letzten Tage den Wasserstand in den zu überquerenden Flüssen zu stark erhöht hat. Kurz gesagt rät man uns ab und da der Hauptcharakter aus Into The Wild es nicht schaffte den Fluss zu überqueren, somit in der Wildnis blieb und letztlich starb beherzigen wir den Rat und fahren lieber zum Denali National Park.

Die Replica zum Bus aus "Into The Wild" am Stempede Trail

Die Replica zum Bus aus “Into The Wild” steht direkt neben dem Highway

Zum Trost haben wir auf dem Weg zum Park die im Film verwendete Replica des Busses besucht und ein paar Fotos gemacht. Ich muss dazu sagen, dass ich den Film bisher nicht gesehen habe und daher Maiks Euphorie für den Magic Bus nicht nachvollziehen konnte.

10. Denali National Park

Man sagt uns, dass man den Denali National Park unbedingt besuchen muss, da er ein Highlight von Alaska ist.

Sonnenuntergang am ersten Abend im Park

Sonnenuntergang am ersten Abend im Park

Dieses Highlight ist nur die ersten 15 km mit eigenem Vehikel befahrbar. Alle tiefer im Park liegenden Ziele erreicht man per Bus, entweder mit einer geführten Tour oder mit den sogenannten Camper Bussen, die Leute wie uns in der Wildnis aussetzen.

Um aber auf die Wildnis losgelassen zu werden muss man zunächst grob nachweisen, dass man dort auch überleben kann. Das heißt wir haben einen einstündigen Einweisungsfilm über korrektes Verhalten in der Wildnis über uns ergehen lassen, bestätigt dass wir wissen wie wir uns gegenüber Bären zu verhalten haben, Kontaktpersonen für den Fall unseres Verschwindens/Ablebens angegeben und eine Zugangsgebühr von 10$ pro Person gezahlt. Da der Park in Abschnitte unterteilt ist, wodurch geregelt wird dass nicht zu viele Wanderer im gleichen Abschnitt des Parks unterwegs sind, haben wir unsere Route auch direkt festgelegt und zwei Abschnitte für uns reserviert. Nach dem bürokratischen Teil sind wir zurück zum Auto, haben noch etwas gegessen, gepackt und sind mit dem letzten Campingbus des Tages in den Park gefahren.

Um das ganze etwas lebendiger zu gestalten gibt es vom Parkbesuch auch ein Video.

11. Anchorage, Alaska

Anchorage, Herz von Alaska. Wer glaubt hier am Ende der Welt zu sein wird von einer belebten Innenstadt, einer Promenade am Stadtrand und einem Einkaufsviertel überrascht das wirklich alles bietet. Wirklich am Ende der Welt ist man hier nicht, trotzdem steht auf jedem Nummernschild als Untertitel The Last Frontier, denn außerhalb von Anchorage fängt die Wildnis an.

Am Tag der Anreise war es bereits spät als wir uns Anchorage näherten und der Himmel war wolkenverhangen. Der wunderbare Ausblick auf die schneebedeckten Berge um Anchorage herum würde uns also verwehrt bleiben und wir würden im Dunkeln in der Stadt ankommen. Da das keinen Sinn ergibt campten wir lieber vor der Stadt und fuhren einen Tag später bei Sonne und gutem Wetter weiter und genießen ungestört den schönen Blick.

Anchorage in Alaska, eine amerikanische Großstadt

Das erste Ziel ist Downtown und und die Tourist Information im Stadtzentrum. Wir zirkeln einmal um den Block um einen der letzten Parkplätze zu ergattern. Die Parkuhr wird mit Kreditkarte bezahlt und so haben wir das zulässige Maximum von zwei Stunden zu Verfügung, um die Innenstadt anzusehen. Wo geht man hin, wenn man zum ersten mal im Leben in einer unbekannten Stadt ist? Eine gute Idee ist grundsätzlich durch Downtown zu laufen. Wir spazieren bis ans Meer wo uns auf der Promenade rudelweise Jogger entgegen kommen. Es ist weder ein besonderer Tag, noch eine spezielle Uhrzeit woraus wir schließen, dass die Alaskaner im Sommer jeden warmen Tag nutzen um draußen zu sein. Sarkastisch aber realistisch.

Irgend ein Geschäft in Anchorage. Ich vermute Inder betreiben es :-D

Irgend ein Geschäft in Anchorage. Ich vermute Inder betreiben es 😀

Es scheint auch nicht viel mehr zu geben, was man sich anschauen könnte. Es gibt ein paar Souvenierläden, Restaurants und eine große Shoppingmall. Der mystische Gedanke an Anchorage schwächt sich etwas, denn es wird alles geboten was amerikanische Großstädte üblicherweise bieten und plötzlich fühlt man sich gar nicht mehr so weit vom Rest der Welt entfernt.

Zwei Stunden reichen aus um das wesentliche in der Innenstadt zu sehen. Mehr Zeit verbringen wir bei der Supermarktkette Fred Meyers, wo wir uns ein paar Vorräte kaufen und danach mit Eiscreme im gegenüberliegenden Park niederlassen. Insgesamt hat uns dieses Zeitfenster für Anchorage gereicht und wir lassen uns von der Tourist Information ein schönes Ziel im Süden empfehlen, das wir als nächstes ansteuern.

12. Portage Valley, südlich von Anchorage, Alaska

Das Endziel ist Homer und liegt mehrere Autostunden entfernt im Süden. Unterwegs werden wir aber noch an diversen Nationalparks stoppen. Die Landschaft ist phantastisch denn wir sind von Gletschern umgeben und es gibt zahlreiche Möglichkeiten zum Campen. Wir wählen Portage Valley als nächstes Ziel, wo wir am nächsten morgen auf den Byron Glacier steigen.

Portage Valley Park südlich von Anchorage in Alaska

Wie der Name schon sagt ist Portage Valley ein Tal und in diesem gibt es government camping Möglichkeiten und private RV Parks.

13. Homer, Alaska

Am Abend fahren wir den restlichen Weg bis Homer wo eine Landzunge auf das Meer hinaus reicht und wir auf der anderen Seite des Meeres eine Berglandschaft von schneebedeckten Bergen sehen.

Den ganzen Weg bis Homer sind wir von Gletschern umgeben

Unsere Stimmung ist großartig, denn die Landschaft in Alaska übertrifft alle unsere Erwartungen. Wir hörten unsere Lieblingslieder im Radio so oft bis wir die Texte mitsingen konnten und unser Alaskan Bier war noch kalt als wir Homer erreichten. Die Landschaft in der wir uns bewegten war so einmalig wie unser zufälliges Zusammenkommen hier für diese Reise.

Der Blick auf die andere Seite des Flusses während wir nach Homer fahren ist einzigartig

Der Blick auf die andere Seite des Flusses während wir nach Homer fahren ist einzigartig

Wir stellten unser Zelt direkt am Strand auf und tranken noch ein kühles Alaskan, eines der besten Biere die ich je getrunken habe. Wer behauptet die Amerikaner können kein anständiges Bier machen liegt völlig falsch.

Homer in Alaska. Man sieht deutlich die Landzunge auf der Camping sehr empfehlenswert ist

Unser Nachbar macht ein Lagerfeuer aber wir haben kein Feuerholz. Da es aber auch schon zu kalt ist, um es draußen noch zu genießen (es ist schon eine Weile dunkel, das bedeutet hier in Alaska, dass es vermutlich 1:00 Uhr nachts ist) verkriechen wir uns in unserem Zelt.

Strand, Sonne und zelten am Meer. Alles auf der Landzunge vor Homer

Strand, Sonne und zelten am Meer. Alles auf der Landzunge vor Homer

Den Vormittag verbringen wir auf der Landzunge vor Homer. Es gibt einen langgezogenen Strand an dem wir einen Spaziergang machen und anschließend ins Wasser gehen. Von schwimmen kann nicht die Rede sein, denn das Wasser ist nicht wärmer als Gletscherwasser in kanadischen Flüssen. Trotzdem ist es ein Genuss einfach nur am Strand zu sein, denn so warme Tage (um die 20°C) hat Alaska nur wenige.

14. Tok, Alaska

Unser Rückweg führt wieder an Homer vorbei. Und um zumindest zu wissen was Homer zu bieten hat haben wir die Innenstadt mit dem Auto abgefahren und nichts besonderes Entdeckt. Es ist ein ganz normaler und ehrlich gesagt recht uninteressanter Ort in Meernähe. Knappe zehn Minuten reichen aus um das herauszufinden. Wir verlassen Homer also wieder und fahren Richtung Norden. Und da wir wegen Maiks nächsten Terminen schon etwas unter Zeitdruck stehen, beschließen wir so lange wie möglich zu fahren, um zügig wieder nach Whitehorse zu kommen. Patrick ist der einzige der noch wach genug ist bis zum Morgengrauen zu fahren, alle anderen haben einen mehr oder weniger bequemen Schlaf im Auto während wir Anchorage weit hinter uns lassen. Die insgesamt 1,500 km schaffen wir natürlich nicht, also schlagen wir am Ende der Nacht völlig erschöpft unser Zelt auf einem kleinen Platz neben dem Highway fernab der Zivilisation auf.

Hier sind wir alle zusammen vor den monumentalen Gletschern Alaskas

Hier sind wir alle zusammen vor den monumentalen Gletschern Alaskas

Das Bärspray hängt an solchen Orten immer griffbereit im Zelt. Die Verwendung wäre zwar im Zelt mehr als idiotisch, trotzdem verleiht es eine gewisse Form von Sicherheit und damit einen ruhigen Schlaf. In dieser Nacht waren es aber wieder nur Mücken gegen die wir uns verteidigen mussten.

Wir fahren durch bis Tok, was kurz vor der Grenze nach Kanada liegt

Am morgen verschwanden wir eben so schnell wie wir ankamen von unserem Campingplatz und fuhren durch bis Tok. Tok bietet fast nichts, ausser Campingplätzen, einer Tankstelle, Souvenierläden und einer Tourist Information an der ich ein Alaska Nummernschild als Souvenir kaufe. Das nächste Ziel ist Whitehorse in Kanada. Aber nicht ohne vorher noch ein paar köstliche Alaskan Biere zu kaufen.

Fazit

Für mich bedeutet Alaska das ultimative Abenteuer in der Wildnis und der Staat teilt sich mit Florida den ersten Platz auf meiner Lieblingsliste von Staaten in den USA. Am Ende der Welt liegt dieses unberührte Land und ich werde auf jeden Fall wieder kommen.

Bei diesem Trip haben wir nur grob in die Wildnis von Alaska rein geschnuppert, da wir schnell unterwegs waren und nirgends lange verweilt haben. Es gibt noch unendlich viel mehr zu entdecken in diesem großartigen Land. Erstaunlich eigentlich, dass Alaska nicht weiter oben auf der Liste populärer Reiseländer steht. Hier gibt es das absolut ursprüngliche Abenteuer in der Wildnis.

Warst du bereits in Alaska? Was hast du hier alles gemacht, sich warst du auch im Denali National Park? Wie gefällt dir dieser wahnsinnig schöne Staat der USA?

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