Kameravokabular für Dummies

Kaufst du dir für deine große Reise eine gute Kamera, dann geht es dir wie uns. Etwas vernünftiges für schöne Bilder, nicht zu groß, nicht zu teuer, vielleicht auch für Video und was ist eigentlich Tiefenschärfe?

Dieser Artikel ist für Anfänger und Neulinge im Bereich der Fotografie gedacht. Wenn du dich bereits gut auskennst ist dieser Artikel vielleicht interessanter für dich: Wenn Du nur eine Kamera auf Reisen mitnehmen dürftest, welche wäre das?

Wir möchten dass du deine Reise in guter Qualität festhältst und dazu musst du dich ein wenige mit Kameras auskennen. Ganz kurz also die wichtigsten Vokabeln.

Begriffe die du kennen musst

In deiner Kamera fällt Licht durch das Objektiv auf einen Sensor und die Daten werden in deiner Kamera leicht nachbearbeitet und dann gespeichert. Zum Beispiel in einem JPG. Alle Kameras die es gibt machen das gleiche, nur bestimmt der Aufbau wie gut die Qualität des resultierenden Bildes am Schluss sein wird. Das hängt von den folgenden Bestandteilen ab.

Sensor deiner Kamera

Je größer ein Sensor ist, desto mehr Licht kann er aufnehmen. Smartphones haben einen kleinen Sensor, brauchen also viel Licht. Gute Kameras haben größere Sensoren und brauchen weniger Licht für ein Foto. Du kannst einstellen wieviel Licht dein Sensor bekommt, indem du Blende und Belichtungszeit veränderst.

Der Sensor einer Canon 5D iii gegenüber einer Canon D30. Ein gravierender Unterschied. Eine 5D iii hat eine vielfach größere Fläche und kann schneller Licht aufnehmen

Blende, auch Lichtstärke genannt

In deinem Objekt ist eine Kreisrunde Öffnung deren Durchmesser du verändern kannst. Dies ist die Blende. Der angegebene Blendenwert besagt um welchen Faktor das vorhandene Licht abgeschwächt wird. Eine Blende von 1 würde also bedeuten dass dein Objektiv das Licht nicht abschwächt. Solche Objektive sind aber schwer herzustellen und entsprechend teuer. Normal sind Blendenwerte ab 4, dein Objektiv schwächt das Licht also um Faktor vier ab. Wenn du die Blende schließt, der Wert also größer wird, schwächst du das Licht noch mehr ab.

Unterschiedliche Blenden. Eine kleinere Blende lässt weniger Licht durch

Damit beeinflusst du natürlich auch wieviel Licht auf deinen Sensor fällt. Um ein Bild das nicht zu hell oder zu dunkel ist zu bekommen, bleibt dir nur die Zeit anzupassen, wie lange das Licht auf den Sensor fällt. Dies ist die Belichtungszeit.

Belichtungszeit, auch Verschlusszeit genannt

Deiner Blendeneinstellung wirkst du mit Variation der Zeit entgegen. Ein großer Blendenwert bedeutet das Licht wird stark abgeschwächt, also musst du länger Licht auch deinen Sensor fallen lassen. Ein kleiner Blendenwert besagt, dass in kurzer Zeit viel Licht auf den Sensor fällt. Wenn du bei kleiner Blende lange belichtest wird dein Bild also überbelichtet. Belichtest du hingegen mit großer Blende nur kurz bleibt dein Bild womöglich schwarz.

Tricks mit Unschärfe, Tiefenschärfe genannt

Nun weißt du, dass Zeit und Blende aufeinander abgestimmt werden müssen. Aber was hast du davon, kannst du nicht immer die gleiche Einstellung nehmen?

Hier kommt der Trick mit der Tiefenschärfe ins Spiel. Sicher kennst du Bilder bei denen bestimmte Objekte scharf sind, andere im Vorder- oder Hintergrund jedoch unscharf. Je kleiner du deine Blende (kleiner Faktor und Blende weit offen) einstellst, desto stärker wird dieser Effekt. Durch eine kurze Verschlusszeit verstärkst du diesen Effekt zusätzlich.

Tiefenschärfe deutlich dargestellt. Der Hintergrund ist sehr unscharf. Das Objekt ist „freigestellt“. Die Aufnahme wurde mit eine kompakten Canon G7x gemacht.

Hier kommt nun alles zusammen: Je kleiner die Blende eingestellt werden kann, desto teurer ist das Objektiv, da es entsprechend schwieriger herstellbar ist. Je kürzer du die Verschlusszeit wählen willst, desto größer muss dein Sensor sein, um genug Licht aufnehmen zu können. Größere Sensoren sind entsprechend teurer.

Dies ist ein Beispiel von vielen für den Zusammenhang der Fähigkeiten einer Kamera mit ihrem Preis. Natürlich gibt es noch andere. Dies sind aber Randfälle die beim Reisen nicht so wichtig sind.

Fokus oder auch Fokuspunkt

Passend zur Tiefenschärfe stellt sich die Frage was im Bild denn scharf ist, wenn Vor- und Hintergrund unscharf sind. Scharf ist der Punkt, den du fokussiert hast, beziehungsweise alles was so weit von deiner Kamera entfernt ist wie dieser Punkt.

Von diesem Punkt zu dir hin und weiter in die Ferne wird das Bild unscharf. Wie stark die Unschärfe ist hängt von deiner gewählten Blende ab. Bedenke übrigens dass ein Blendenwert von 8 ideal für Landschaftsfotografie ist. Auf Bildern einer Innenstadt oder von Bergen willst du nämlich üblicherweise keine Unschärfe haben. Aber das kannst du ja alles mal ausprobieren.

Optischer Zoom und digitaler Zoom

Man spricht vom optischen Zoom, wenn das Objektiv deiner Kamera das Licht so auf den Sensor fallen lassen kann, dass ein Vergrößerungseffekt entsteht. Der Digitale Zoom geschieht hingegen, wenn bei dem bereits aufgenommenem Bild die Ränder abgeschnitten werden und das Resultat auf die volle Größe skaliert wird. Den digitalen Zoom kannst du also auch mit einem Bearbeitungsprogramm später nachholen während der optische Zoom die Qualität erhält und beim Aufnehmen gemacht werden muss.

ISO oder auch Lichtempfindlichkeit deines Films

Bei Digitalkameras spricht man natürlich nicht mehr vom Film und du kannst den Wert einfach ändern. Je größer der Wert, desto lichtempfindlicher ist dein Sensor eingestellt. Du könntest nun sagen dass es ja prima wäre den ISO Wert für kurze Belichtung sehr hoch einzustellen. Dem entgegen spricht aber dass Bilder mit hohem ISO Wert stärker rauschen.

Ein größerer Sensor ermöglicht es dir Bilder mit hohem ISO Wert und trotzdem geringem Rauschen aufzunehmen. Bedenke dass du auf Reisen hauptsächlich Fotos bei Tageslicht machst und du den ISO Wert eher selten hochstellen musst.

Fazit

Zusammengefasst gibt es bei jeder Kamera nur zwei entscheidende Werte mit denen man lernen muss umzugehen: Blende und Verschlusszeit. Wenn man dies erst mal raus hat kommt man mit den meisten Kameras gut zurecht.

Als Anfänger lohnt es sich deshalb mit einer günstigen Kamera anzufangen bis man an seine Grenzen stößt und die Kamera soweit gemeistert hat, dass ihre Funktionen nicht mehr reichen. Um das aber wiederum lernen zu können sollte die Kamera auch die Möglichkeiten einer professionellen Kamera bieten.

Ich habe selber mit dieser Kamera angefangen mehr über Kameras zu lernen.

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Über den Autor

photo_2Hi, ich bin Markus. Auf vier Kontinenten habe ich mein Fernweh gestillt und unterwegs meine Freude am Vlogging entdeckt. Alle meine gesammelten Erfahrung vermittel ich Dir in meinem Blog Wander Dude.

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