Warum ich Budapest so liebe — 10 Reisetipps

Budapest ist die Hauptstadt Ungarns, und auch Ungarns größte Stadt. Sie liegt im Herzen des Landes direkt an der Donau, die die Stadt in ihre ursprünglichen Stadtteile Buda und Obuda auf der einen Seite, sowie Pest auf der anderen Seite unterteilt. Neun Brücken verbinden die beiden Hälften der Stadt, darunter die berühmte Kettenbrücke, die erste feste Brücke die hier die Donau überspannte. Bei einem ausgedehnten Spaziergang entlang der Donau wird man quasi überrollt mit den schönsten Ansichten der Stadt und den beeindruckensten Sehenswürdigkeiten. Aber auch abseits der Donau hat diese Stadt viele schöne Gesichter.

Budapest liegt im Herzen Ungarns direkt an der Donau

Dies ist ein Gastbeitrag von Martina Friese. Auf ihrem Blog berichtet sie über Hobbyprojekte und Reisen. Damit Du aus Deinem Städtetrip nach Budapest einen vollen Erfolg machst, hat sie hier die wertvollsten Tipps Rund um die Reise nach Budapest zusammengestellt.

Planung und Vorbereitung

Eine Städtetrip nach Budapest muss nicht von langer Hand geplant werden, aber wenn man ein wenig vorausschauend plant, dann kann man hier mit Sicherheit ein wenig Geld sparen.

Den Flug buchen

Das beginnt schon bei der Anreise. Fliegen mag für gewöhnlich nicht das günstigste Reisemittel sein. Die ungarische Fluglinie Wizzair hingegen bietet Flüge z.B. von Dortmund nach Budapest bereits ab 15€ je Person und Richtung an. Wenn man hier frühzeitig die Flüge im Auge behält und ein wenig flexibel mit den Reisedaten ist, hat man schon halb gewonnen. Es bleibt aber zu berücksichtigen, dass dieser Flugpreis dann nur ein einzelnes kleines Handgepäckstück umfasst. Weiteres Gepäck muss separat hinzugebucht werden. Allerdings, vielleicht braucht man ja für den Städtetrip gar nicht so viel Gepäck.

Eine Unterkunft buchen

Für einen kurzen Städtetrip, sollte es eine Unterkunft im Herzen der Stadt sein. In Metro Stationen ausgedrückt wäre das entlang der M3 zwischen ‚Corvin-negyed‘ und ‚Déak Ferenc tér‘ und entlang der M2 zwischen ‚Férenciek tere‘ und ‚Blaha Lujza tér‘. Wenn man hier frühzeitig schaut und auch nach Angeboten Ausschau hält, kann man ein Doppelzimmer im Hotel bereits für etwa 35€ pro Nacht bekommen. Oft bieten die Hotels auf den hoteleigenen Seiten noch Rabatte an, wenn man mehr als zwei Nächte bleibt. Ausserdem gibt es auch unzählige Angebote auf airbnb.com, die teilweise auch nochmal günstiger ausfallen.

Geld wechseln?

In Ungarn wird mit Forint gezahlt. 1000HUF entsprechen in etwa 3,30€. Aber wenn Du die Absicht hast vor der Reise noch Geld zu wechseln, dann lieber nur das Nötigste, da man in Deutschland keinen guten Wechselkurs bekommt. Für gewöhnlich ist der Kurs vor Ort deutlich besser. Auch Geldautomaten findet man ohne zu suchen an jeder Ecke, den ersten auch bereits am Flughafen noch vor dem Zoll.

Tipp: Am Geldautomaten sollte man darauf achten, dass der abgehobene Betrag auch in Forint abgebucht wird. Die Automaten weisen einen mehrmals darauf hin, dass man einen gesicherten Kurs garantiert bekommt, wenn man in Euro abbuchen lässt. Der garantierte Kurs ist aber für gewöhnlich schlechter als der Kurs der Hausbank, den man bekommt, wenn man in Forint abbuchen lässt.

Tag der Anreise

Der Ferenc Liszt Flughafen in Budapest liegt ein wenig außerhalb der Stadt, aber er ist sehr gut an den ÖPNV angebunden. So fährt von dort der Bus 200E alle paar Minuten nach Köbanya Kispest, der Endhaltestelle der Metrolinie M3. Mit dieser ist man dann bereits in wenigen Minuten im Herzen der Stadt.
Die einfache Fahrt mit dem Bus bis Köbanya Kispest kostet mit Einzelticket etwa 400HUF. Aber wenn man viel von der Stadt sehen möchte, dann bietet es sich an, gleich am Flughafen eine Zeitfahrkarte zu besorgen. Ein Tagesticket bekommt man für 1650HUF, ein Wochenticket für 4950HUF, beide ermöglichen einem die Fahrt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt, einschließlich der Fähren, die im Zickzack über die Donau pendeln.

Tipp: Taxen sind in Budapest eher mit Vorsicht zu genießen. Gerade am Flughafen sowie an den Sehenswürdigkeiten finden sich viele private Taxen, die gerne mal einen Taxameter verwenden, der ein wenig anders läuft, oder sich andere Freiheiten bei der Preisgenerierung erlauben. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich telefonisch ein Taxi bestellt, zB. bei Citytaxi: (+36 1) 211 1111.

Budapest erleben

Mal ganz subjektiv: Budapest ist eine großartige Stadt. Wunderschön, interessant und abwechslungsreich. Es gibt so viel zu sehen, so viel zu tun – und die ungarische Küche verlangt eigentlich danach alles mindestens einmal gegessen zu haben %-)

Versuchen alles aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels wohl sprengen, außerdem heißt es ja Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber es gibt ein paar Dinge, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Das Parlament

Das Parlament (im ungarischen: „Országház“ – Landeshaus) ist das Wahrzeichen von Budapest und eines der eindrucksvollsten Gebäude der Welt.

Das Foto oben zeigt das Parlament von der Fischerbastei aus gesehen — meiner Meinung nach hat man von dort den schönsten Blick auf das Gebäude. Aber auch, oder gerade aus der Nähe ist das Parlament sehr imposant.

Tipp: Einige Bereiche des Gebäudes sind auch für Besucher offen, aber wer das Gebäude besichtigen möchte sollte sich bereits im Vorhinein ein Ticket sichern, da die Nachfrage hier sehr groß ist und vor Ort nur noch die Restbestände verkauft werden. Weitere Informationen rund um das Parlamentsgebäude finden sich auf der Seite des Besucherzentrums, Tickets bekommt man über jegymester.hu.

Bei einem Besuch des Parlamentes bietet sich ein Spaziergang entlang der Donau an. Etwas südlich vom Parlamentsgebäude stößt man hier auf die Schuhe am Donauufer, ein Mahnmal zur Erinnerung an die Pogrome an Juden.

Die Fischerbastei und die Matthiaskirche

Die Matthiaskirche und die Fischerbastei thronen auf dem Burgberg über der Stadt und sind somit schon von weitem zu sehen.

Die Matthiaskirche ist die bekannteste Kirche der Stadt, sie ist auch als Krönungskirche bekannt, da hier die Krönungszeremonien von Karl I. Robert von Anjou (1309), Franz Joseph I. (1867) und Karl IV. (1916) stattfanden. Die Besichtigung der Kirche ist kostenpflichtig möglich (1500HUF). Tickets bekommt man direkt auf dem Vorplatz der Kirche oder auf der Internetseite der Kirche, auf der sich auch weitere Informationen zur Geschichte der Kirche sowie zu aktuellen Veranstaltungen finden.

Die Fischerbastei ist ein neoromanisches Monument, das für die Fischergilde, die im Mittelalter diesen Abschnitt der Stadtmauer zu verteidigen hatte, errichtet wurde. Mit seinen vielen kleinen Treppchen und Türmchen wirkt es wie aus einem Märchen. Und von den Balkonen der Fischerbastei hat man eine großartige Aussicht über die ganze Stadt und auf das Parlament, das direkt gegenüber auf der anderen Seite der Donau liegt. Der Besuch der oberen Aussichtsterasse der Fischerbastei ist auch kostenpflichtig (700HUF).

Tipp: Wenn man nicht auf den Burgberg hinauf spazieren möchte bieten sich dem Besucher zwei Möglichkeiten. Die Budavári Sikló ist eine Standseilbahn, die vom Fuße der Donau an der Kettenbrücke direkt auf den Burgberg hinauf führt. Die einfach Fahrt kostet 1200HUF, Rückfahrkarte 1800HUF. Wer nur schnell und günstig auf den Burgberg hinauf möchte, der kann auch mit dem Minibus (Linie 16) fahren. Dieser fährt auf der anderen Strassenseite der Standseilbahn ab (Haltestelle Clark Ádám tér) und hält am Szentháromság tér direkt vor der Matthiaskirche. Der Minibus gehört zum normalen ÖPNV, wer also eine Zeitfahrkarte hat braucht nichts weiter zu zahlen.

Die Große Markthalle

Die Große Markthalle am Fővám tér ist die größte und älteste Markthalle Budapests. Nicht nur das Innenleben des Marktes ist interessant, sondern auch das historische Backsteingebäude selbst ist wunderschön. Der vordere Teil Gebäudes ist mit farbig lasierten Dachziegeln gedeckt, die großen Eingangstüren sind im neugotischen Stil gehalten. Es ist schwierig das Gebäude zu übersehen, dazu ist es zu imposant.

Innen wird die rund 10.000m² Marktfläche von einer Stahldachkonstruktion überdacht, die an die Konstruktionen von Eiffel erinnert. Die Markthalle selbst lädt zum stöbern ein. Hier findet sich einfach alles. Von normalen Obst- und Gemüseständen, über Stände mit Weinen und Schnäpsen, allen Sorten von Salami und Paprika, Fleisch- und Fischwaren bis hin zu Backwaren. Außerdem finden sich im Obergeschoss noch unzählige Imbissbuden sowie Souvenierstände mit Waren von Schlüsselanhängern und Magneten bis hin zu Tischdecken mit original Kalocsa Stickereien.

Bei einem Besuch Budapests führt hier für mich kein Weg dran vorbei – allein schon wegen der Süßwarenstände 🙂

Die St.-Stephans-Basilika

Die St.-Stephans-Basilika am Szent István tér ist die größte Basilika Budapests. Ihre Türme überragen die nahegelegenen Gebäude und so ist die Basilika bereits von weitem ein imposanter Anblick.

Auch von innen ist die Basilika sehr sehenswert und wenn man beim Besuch einen schönen Tag erwischt, dann sollte man es sich nicht entgehen lassen auf die Kuppel zu steigen. Hinauf gelangt man mit dem Aufzug und das Ticket kostet 500HUF.

Tipp: Die Basilika ist ein schöner Ausgangspunkt für einen Spaziergang. Richtung Süden gelangt man zur Váci ut (Fußgängerzone und Einkaufsmeile), Richtung Norden ist es nicht weit zum Parlament und Richtung Osten erstreckt sich das Szene-Viertel der Stadt mit den unterschiedlichsten Läden, Restaurants, Cafés und Kneipen. Besonders im Trend liegen zur Zeit die Ruin-Pubs – leerstehende Räumlichkeiten oder freie Flächen die in gemütlich-chaotische Bars verwandelt wurden. Der Szimpla Kert war der erste und bekannteste Ruin-Pub Budapests, ist aber längst nicht mehr der einzige. Eine Übersicht über die aktuellen Ruin-Pubs in Budapest gibt es auf ruinpubs.com

Gellert Berg

Der Gellertberg, der auf der Budaer Seite der Donau liegt, ist eine Empfehlung für schöne Tage, wenn man mal etwas mehr Zeit zur Verfügung hat.

Bei einem ausgedehnten Spaziergang durch den Park, der sich auf dem Berg befindet, kann man die Grottenkirche besuchen, die sich am südlichen Hang des Gellertberges befindet. Von hier aus geht es weiter Bergauf bis zur Freiheitsstatue und zur Zitadelle. Bei schönem Wetter hat man von hier eine großartige Aussicht über die ganze Stadt.

Heil- und Thermalbäder

Budapest ist nicht nur das einzige Kurbad, das zugleich Hauptstadt ist, sondern auch die größte Kurstadt Europas. Etwa 20 Heil- und Thermalbäder mit heißen Quellen hat die Stadt zu bieten, viele davon in historischen Gebäuden. Wer etwas mehr Zeit mitbringt sollte sich den Besuch eines Bades nicht entgehen lassen!

Essen und Trinken

Die ungarische Küche ist großartig und wenn man schon mal die Gelegenheit bekommt sie auszuprobieren, dann sollte man sie nutzen.

Ganz vorne mit zu erwähnen sind sicher Gulyásleves (Gulaschsuppe) und Pörkölt (Gulasch), die man in Budapest vermutlich in jedem Restaurant bekommt. Aber auch Gerichte wie Töltött Kaposzta (Kohlroulade) und Halaszleves (Fischsuppe) dürfen nicht unerwähnt bleiben.

Desserts sollte man vielleicht gar nicht erst anfangen auszuprobieren – sonst hört man nie wieder auf 😉 Meine Favoriten sind Gesztenyepüré (Kastanienpüree) und Kokuszgolyó (Kokoskugel).

Von Dessert zum Kaffee – da dürfen die wunderbaren Kaffeehäuser nicht unerwähnt bleiben. Budapest hat einige sehr imposante Kaffeehäuser, bei denen man sich vielleicht einmal einen Kaffee gönnen möchte, nur um es mal erlebt zu haben. Das Café New York und das Café Gerbeaud sind wohl die bekanntesten und prunkvollsten.

Hilfreiches

Wie bereits gesagt, bietet die Stadt ein großartiges öffentliches Personen Nahverkehrsnetz – allerdings bekommt man vermutlich schnell das Gefühl dass man dort schon Einheimischer sein muss, wenn man Verkehrsmittel abseits der Metro nutzen möchte.
Deshalb möchte ich zwei Apps vorstellen, die einem den Aufenthalt in Budapest deutlich erleichtern.

Citymaps2goDas wäre zum einen ‚City Maps 2Go Offline-Karten‚. Diese kleine App ermöglicht es, wie der Name schon verspricht, die Karte der gesamten Stadt offline verfügbar zu haben. Aber es erlaubt einem auch sich über die Umgebung zu informieren. Über ein Menu kann man sich bspw. Sehenswürdigkeiten oder Restaurants in der Nähe anzeigen zu lassen, ausserdem kann man interessante Orte oder den aktuellen Standort speichern, was sehr praktisch ist für die Planung der Route des Tages 😉

Budapesti MenetrendIn Verbindung mit ‚Budapesti Menetrend‚ ist man dann wohl für alles gewappnet. Budapesti Menetrend bedeutet Budapester Fahrplan und genau das ist es auch. Über die App kann man alle Stationen einer Linie einsehen, alle Linien, die an einer Station fahren sowie Umgebungskarten für die Stationen. Aber vor allem kann man Start- und Endhaltestelle eingeben und die App nennt einem die nächsten drei, schnellsten Verbindungen. Einziger Knackpunkt ist, dass die gesamt App auf ungarisch ist. Sollte aber nicht abschrecken, die app ist recht übersichtlich und man hat die Bedienung trotzdem schnell raus. Zur Starthilfe: Die Routenplanung findet sich unter ‚Útvonaltervezö‘.

Über den Autor

MartinaMein Name ist Martina und auf meinem Blog www.sweetchaos.de schreibe ich über die verschiedensten Dinge die ich gerade spannend finde. Zu meinen Hauptthemen gehören Reise, Fotografie und verschiedenste kreative Projekte. Außerdem veröffentliche ich Tutorials zu Dingen, zu denen es noch keine guten Tutorials gibt.

2 Gedanken zu „Warum ich Budapest so liebe — 10 Reisetipps

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