Reisen ist wie Schach: Erst denken, dann ziehen

Was soll das kosten?“ Wir sehen uns an. „Jetzt sind sie durchgedreht“ meint Max. In Banff haben sich die Lebensmittelpreise gegenüber den gewohnten Preisen verdoppelt. Zm Glück habe ich noch genug dabei, um hier erstmal nicht einkaufen zu müssen.

Standort: Banff in Alberta, ein Paradies für Wanderer

Im Norden klettern die Preise gnadenlos nach oben und in Alaska sind Lebensmittel angeblich noch teurer. Bisher dachte ich alle Besorgungen in Banff machen zu können aber der Plan ging nicht auf. Aus diesem Grund bin ich nach Calgary zurück gefahren und werde hier alles erledigen. Also was habe ich alles zu tun?

Neue Reifen

Meine Vorderreifen sind vollkommen abgefahren und ich möchte mich nicht darauf verlassen, dass sie die nächsten 10.000 km einschließlich kanadischem Winter noch halten. Aus diesem Grund versuche ich also neue zu organisieren. Eine gute Idee ist doch sicher minimal gebrauchte Reifen zu nehmen, denke ich mir. Also versuche ich mein Glück zuerst beim Schrottplatz.

Ein riesiger Platz mit endlos vielen Ersatzteilen. Auswählen und abreissen ... oder so

Ein riesiger Platz mit endlos vielen Ersatzteilen. Auswählen und abreissen … oder so

Pick’n’Pull nennt sich der Selbstbedienungsschrottplatz, in dem Autos aller möglicher Hersteller in Reih und Glied aufgestellt wurden und bereit sind von den Privatleuten, die für einen Dollar auf den Platz dürfen, zerpflückt zu werden.

Da ist mein Modell. Längst Schrott und nur noch Erstatzteillager

Da ist mein Modell. Längst Schrott und nur noch Erstatzteillager

Ich habe nach einiger Suche mein Modell gefunden. Es tut ja fast schon weh mein Auto so schrottreif und halb zerflückt zu sehen. Zum Glück steht meiner in gutem Zustand draussen und muss das nicht mit ansehen 😉 Im inneren werden die Reifen aufbewahrt, die für diese Modell passen.

Im Kofferraum liegen Reifen unterschiedlicher Hersteller, Beschaffenheit und Brauchbarkeit

Im Kofferraum liegen Reifen unterschiedlicher Hersteller, Beschaffenheit und Brauchbarkeit

Auf dem Platz werde ich allerdings nicht fündig. Deshalb versuche ich noch erfolglos einen Dachgepäckträger aufzutreiben und schaue mir am Ende noch die ausgestellten Reifen an.

Nach Größe sortierte Reifen von Schrottautos. Die Reifen sind nicht weniger Schrott

Nach Größe sortierte Reifen von Schrottautos. Die Reifen sind nicht weniger Schrott

In einigen Stecken Schrauben, andere sind einseitig abgefahren oder haben mal hier mal da blanke Stellen – vermutlich von Vollbremsungen. Ich habe so das Gefühl, dass ich hier keine Brauchbaren Reifen finden werde und verlasse den Platz um einen Canadian Tire anzusteuern. Dort mache ich einen Termin für morgen um 11:00 Uhr. In der Zwischenzeit kann ich den Rest erledigen.

Bett überarbeiten

Das Bett, das ich mit Tobi im Auto eingebaut habe ist gut – keine Frage. Allerdings sind die Holzlatten zu dünn und biegen sich zu leicht durch. Dafür nehme ich mir heute mal Zeit, kaufe beim Home Depot dickere Bretter ein, nehme die alte Lage Latten ab und installiere sie neu.

Das Gestell aus dem Auto entfernt, neu bearbeitet und wieder eingebaut. Natürlich direkt vor dem Baumarkt

Das Gestell aus dem Auto entfernt, neu bearbeitet und wieder eingebaut. Natürlich direkt vor dem Baumarkt

Das Bett ist damit nun wieder einwandfrei. Was kommt also noch?

Lebensmittel einkaufen

Bisher hat noch niemand behauptet, dass die Preise Richtung norden niedriger würden. Es wäre auch gelogen. Schon in Banff haben die Preise sich ungefähr verdoppelt und weiter im Norden soll es noch teurer werden. Das ist mit ein Grund für mich gewesen nochmal nach Calgary zu fahren und dort einzukaufen. Ich habe mich bei meinem ersten Einkauf erstmal auf unkaputtbare Lebensmittel beschränkt.

Lebensmittel stapeln sich im Kofferraum. Jetzt noch alles vernünftig verpacken

Lebensmittel stapeln sich im Kofferraum. Jetzt noch alles vernünftig verpacken

Meine Kühlbox wird langsam voll ...

Meine Kühlbox wird langsam voll …

Verderbliche Lebensmittel kaufe ich erst am Tag meiner Abreise. Damit habe ich jetzt eine vernünftige Menge an Lebensmitteln, um über die Runden zu kommen. Ich würde noch Kartoffeln und der gleichen einkaufen aber irgendwann ist das Auto ja auch voll, es sollen schließlich noch Mitreisende zusteigen. Wobei wir beim Thema sind.

Mitreisende kontaktieren

Das ist vermutlich der komplizierteste Punkt. Die einen sind noch 500 km entfernt, die anderen sind nur alle 48 Stunden einmal kurz erreichbar. Lange im Voraus alles festzulegen bringt auch nichts. Ich denke es ist optimal erst drei Tage im Voraus seine Pläne bekannt zu geben und für alle Fälle zeitlich flexibel zu sein. Am Timing arbeite ich noch.

Und die letzten News sind …

Morgen werde ich meinen Termin bei Canadian Tire wahrenehmen und meine Vorderreifen auswechseln lassen. Ursprünglich hatte ich geplant einen alten Reifen zu behalten und ihn als weiteren Ersatzreifen auf eine neue Felge ziehen zu lassen aber ich fürchte das wird zu viel Platz einnehmen. Ich habe überlegt dafür und für Gepäck einen Dachgepäckträger zu kaufen aber 300$ aufwärts ist mir zu teuer für etwas mehr Stauraum. Ich werde also Sicherstellen, dass mein vorhandener Ersatzreifen in Ordnung ist und hoffen dass ich nicht fernab der Zivilisation liegen bleibe.

Anschließend treffe ich Tobi in Banff und wir fahren zusammen nach Lake Louise. Wir sind also noch einen Tag gemeinsam unterwegs. Und was danach kommt … wird sich zeigen …

4 Gedanken zu „Reisen ist wie Schach: Erst denken, dann ziehen

Was ist Deine Meinung zu dem Thema? Lass mir eine Nachricht da!