Ich bin stolz auf unsere Zeit

Das muss ja einfach mal gesagt werden, sonst weiss es schließlich niemand. Man stelle sich vor in Deutschland lernt man von jetzt auf gleich jemanden kennen und verbringt die nächsten Wochen jeden Tag miteinander. Eigentlich undenkbar.

Toronto. Mein Startpunkt in einen der größten Themeparks der Welt: Kanada

Toronto. Mein Startpunkt in einen der größten Themeparks der Welt: Kanada

Kurzer Abriss der bisherigen Reise

Ich kam ohne große Pläne nach Toronto. Lediglich dass ich ein Auto kaufen und einen Road Trip starten wollte war klar. Was sonst passieren würde war offen und würde sich zeigen. Nachdem ich also alles was ich wissen musste noch am Airport recherchiert habe bin ich zu meinem ersten kanadischen Couchsurfing Erlebnis in Kanada aufgebrochen.

Jonathan heisst der Host und hat bereits angekündigt, dass ausser mir noch ein anderer Deutscher bei ihm anwesend sein würde. Wunderbar dachte ich mir und traf Jonathan und Tobi am 10. Mai. Wie der Zufall so will hatten Tobi und ich so ziemlich die gleiche Route geplant. Was fehlte war ein Auto, das wollte ich aber eh so schnell wie möglich kaufen. Wir haben uns also gemeinsam auf die Suche gemacht und sind letztlich mit einem Chevrolet Venture, wieder von einem Deutschen (Danke André), fündig geworden.

Noch kurz einen kleinen Umbau für unser Gepäck zusammengeschustert und schon waren wir unterwegs Richtung Osten. Unterwegs haben wir Carla aufgegabelt, die bis Aberdeen mitgefahren ist wo sie aussteigen musste da sie bereits einen Flug ab Halifax nach Saint John gebucht hatte und dort Arbeit auf sie wartete. Genau zur Richtigen Zeit haben wir aber Julia kennen gelernt, die unmittelbar Carla’s Platz übernommen hat und mit uns nach Neufundland gefahren ist. Gemeinsam haben sind wir durch Neufundland gefahren und haben in Saint John Carla wieder getroffen, so waren alle Reisenden wieder vereint. Wenn auch nur kurz.

Zurück in Nova Scotia sind nun Julia und Tobi ausgestiegen. Julia, da sie eh einen eigenen Mietwagen hat und zuvor nicht geplant hatte gemeinsam zu reisen und Tobi weil er nun in eine andere Richtung reist und in Kürze diesen Teil Kanadas verlässt. Wir hatten eine super Zeit!

Also reise ich alleine weiter. Oder?

Es ist etwas merkwürdig zusammenfassen zu wollen wie es ist alleine durch ein fremdes Land zu fahren. Zum einen kann ich mir vorstellen, dass es die Leute interessiert die soetwas noch nie gemacht haben wie es denn ist, zum anderen treffe ich ständig Leute die die ganze Zeit genau das machen.

Ich denke das Wesentliche ist das fehlen einer Bezugsperson. Ich habe beispielweise gestern den halben Tag vor einem Walmart gestanden und meinen Van neu eingerichtet, Kisten gekauft und auf Mitreisende vorbereitet als unverhofft neben mir zwei Deutsche geparkt haben die prompt ihren Jeep zum schlafen für die Nacht ungebaut haben und an Ort und Stelle gecampt haben. Während ich nun einen Tag später bei Walmart sitze, es draussen regnet und ich um 14:30 Uhr ein paar Leute treffe die bis Banff mitreisen, habe ich eben noch meine neuen Bekanntschaften verabschiedet mit der Gewissheit dass wir uns nie mehr sehen werden. Kein Problem, prima Zeit gehabt aber eben keine Bezugsperson.

Ich finde es ehrlich gesagt mal ganz angenehm. Da nun allerdings eine längere Fahrt nach British Columbia ansteht und meine Geldbörse nicht unerschöpflich ist fahre ich diese Strecke nicht alleine.

Ich fahre alleine weiter. Mal sehen wohin

Ich fahre alleine weiter. Mal sehen wohin

Und die letzten News sind …

Zwei Kanadier werden gleich zusteigen und dann fahren wir voraussichtlich ohne großartige Stops ca. 4000 km Richtung Britisch Columbia.

Auf meine Anzeigen haben sich viele Leute gemeldet, allerdings sollte man eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Tagen einplanen bis mal ein Interessent den Artikel gesehen hat und man sich verabreden konnte. Ausserdem habe ich das Gefühl dass einige Reisende eine starke rechtschreibschwäche haben oder einfach Betrüger sind. So wollte ein Mitreisender beispielweise einen 600 km Umweg auf sich nehmen, nur um seine ursprünglich 250 km lange Strecke mit mir zu fahren und Nachrichten mit vielen Rechtschreibfehlern sortiere ich unbeachtet direkt aus.

Es bleibt also spannend, meine Damen und Herren. Wird der (Anti)Held sein Ziel erreichen? Werden seine Mitreisenden nette Leute sein? Wird er die ganze Zeit nur Cornflakes essen? All diese Fragen beantworte ich vielleicht.

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2 Gedanken zu „Ich bin stolz auf unsere Zeit

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