Củ Chi, Ausflug zu den Tunnelanlagen

Nun folgen einige Bilder unseres Ausflugs nach Củ Chi, den Tunnelanlagen vom Krieg bei Saigon. 60km nord-westlich von Saigon. Wir sind mit einem Reisebus hingefahren weil wir ja bereits gelernt haben, dass es das beste ist einfach eine Reise vom Hotel aus zu buchen als selber irgendwo hin zu reisen.

An einer Raststätte gab es Souveniers zu sehen, die von Behinderten in einer Werkstatt angefertigt werden. Erstaunlich allerdings, dass die Preise der Ware bis zehn mal so hoch waren wie für dieselben (!) Dinge, die man auch in der Stadt kaufen kann. Also: In Vietnam immer handeln 😉

Die viereckigen Räume (mit dem Licht) waren die Mannschaftsräume, die Küche, die Krankenstation. Von der zweiten Etage aus wurde gekämpft und in die dritte Etage (10m unter der Erde) haben sie sich zurückgezogen, wenn schwerer Beschuss war oder die Amerikaner in die Tunnelanlagen eingedrungen sind. Allerdings wurden die Tunnelanlagen mit Verengungen gebaut, so dass nur noch die dünnen, kleinen Vietnamesen durchpassten, nicht aber die Amerikaner.

Die Tunnelanlage besaß 3 Etagen. Die Oberste lag 3-4 Meter unter der Erde. Die zweite Etage lag 6 Meter unter der Erde und diente als Unterschlupf für Kinder, ältere Menschen und verletzte Soldaten. Die Unterste, 8-10 Meter unter der Erde, beherbergte Krankenhäuser und sonstige Heilstätten. Trotz mehrmaliger Versuche der amerikanischen Streitkräfte gelang ihnen nicht die Zerstörung der Tunnel – weder durch Beflutung, noch durch starkes Bombardement mit B 52, noch durch Einführen von Giftgas in die Anlage. Die Zerstörung des gesamten Tunnelsystems war nach Aussagen eines amerikanischen Kommandeurs wegen seiner Tiefe und Ausdehnung nicht möglich. Von den geschätzt 18.000 Widerstandskämpfern kamen ein Drittel bei Kampfhandlungen um.

Die Amerikaner benutzen Spürhunde um die Eingeänge zu finden. Sobald sie was fremdes gerochen haben, bellten sie. Die Vietnames haben daraufhin die Eingänge mit Amerikanischer Seife eingerieben, so dass der Geruch den Hunden vetraut war.

Als Tunnelratten wurden US-amerikanische, australische und neuseeländische Soldaten bezeichnet, die im Vietnamkrieg zur Feindbekämpfung in unterirdische Tunnel eindrangen, die der Vietcong angelegt hatte. Manche dieser Tunnel waren kaum größer als eine Person breit war, so dass es sich um eine anstrengende und gefährliche Tätigkeit handelte.

Im Tunnel war es sehr eng. Die Echten Anlagen waren nur 60cm hoch und 40cm breit. Schon in dem Touristentunnel hat man die Wärme gespürt, die sich in den Tunneln staute. Wahnsinn wie hier 18.000 Menschen leben konnten. Es sei aber auch erwähnt, dass im Krieg 10.000 der Tunnelbewohner ihr Leben ließen – im Tunnel. Die Verstorbenen liegen noch heute in dem Gebiet verschüttet.

Die Tunnelbewohner hatten ständige Attacken von Giftschlangen, Ratten und anderem Ungeziefer zu ertragen. Auch die enorme Hitze im gesamten Tunnel stellte ein großes Problem dar.

Der Film Apocalypse Now gibt einen kleinen Eindruck in den Vietnamkrieg. Vor allem in dessen Sinnlosigkeit. Hier vor Ort haben wir uns dann noch die Fallen angesehen, die die Vietnamesen für die Angreifer aufgestellt haben. Es ist immer wieder erschreckend, auf welche brutalen Mittel die Menschen zurückgreifen müssen, wenn sie gezwungen sind ihr Leben mit allen Mitteln zu verteidigen.

Die Fallen sind natürlich so gedacht, dass jemand der hineintappt sofort tot ist. Sollte aber auch klar sein, dass das nicht immer so funktioniert. Ich will mir gar nicht ausmalen, was damals in dem Gebiet los war.

Die Amerikaner haben auch eine irrwitzige Menge an Bomben über Cú Chi abgeworfen. Das gesamte Gebiet war quasi ausradiert. Es standen keine Bäume mehr, alles war kahl und niedergebrannt. Unter der Erde aber lebten die Vietnamesen weiter in ihren Höhlen und mussten sich verteidigen. Sie haben beispielsweise die amerikanischen Bomben die nicht detoniert sind gesammelt, geöffnet und eigene Bomben aus dem Material und dem Sprengstoff hergestellt. Es sollte auch klar sein, dass das eine sehr gefährliche Aktivität war.

In der Pause haben wir das gegessen und getrunken, was die Tunnelbewohner meist gegessen haben. Das Essen haben sie sich Nachts in den Dörfern, von denen sie versorgt wurden, geholt. Das Essen war üblicherweise Süßkartoffeln und Tee.

Hier ist noch ein Panzer zu sehen, der unbrauchbar gemacht wurde und liegen blieb.

Das war der Besuch in den Tunnelanlagen von Cu Chi.

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