Ein Tag mit Wayne, dem Aborigines

Wayne Stevens, Aboriginal Elder in der Gegend um Tom Price. Ausserdem eine lokale Berühmtheit und zuständig für die Belange der Aborigines im Gebiet um Tom Price. Seit dem Tod seines Vaters ist er nun in dier Rolle des weisen Lehrers geschlüpft. Wir haben riesiges Glück Wayne kennen gelernt zu haben, denn er kennt alle Details über seine Kultur.

Von Gitarrenklängen geweckt

Wayne ist ein Frühaufsteher. Auch wenn wir Aborigines bisher eher als gemütlich kennen gelernt haben, so trifft dies auf Wayne sicher nicht zu. Wenn er eine Idee hat, dann will er sie sofort umsetzen. Und wenn das morgens um 6:00 Uhr ist, dann müssen alle anderen eben geweckt werden.

Bushwalk am Morgen

So wurden wir also zu einem Bushwalk am frühen Morgen zusammengetrommelt. Direkt hinter Waynes Anwesen ist ein zu dieser Jahreszeit trockenes Flussbett das wir bis zu einem kleinen Teich entlanglaufen. Unterwegs erklärt uns Wayne Details über alle möglichen Pflanzen an denen wir vorbeikommen. Sich aborigines Namen merken zu wollen ist sinnlos da die Aussprache so ungewohnt ist, dass man nicht mal ein Wort wiederholen kann ohne sich zu versprechen.

Da bald ein Fest bevorsteht und Aborigines sich hierauf mit traditioneller Dekoration verkleiden arbeitet Wayne gerade an einem Schild, der momentan im Teich, an dem wir sitzen, eingelagert ist. Wird er wieder getrocknet, wird er um so härter sein. Ausserdem wird der Schild mit dem Muster von Waynes Stamm bemalt und identifiziert ihn somit.

Offroad am Mittag

Nach unserer Rückkehr im Camp hatte Wayne direkt die nächste Idee. Einen Ausflug mit uns und seinem Toyota. Um deutlich zu machen, dass er es eilig hat stellte er seinen Toyota direkt neben den Esstisch und lies den Motor laufen. Gestresst sind wir in den Wagen gesprungen und schon ging es wieder los.

Zurück zum Highway, diesen ein paar Kilometer entlang und dann auf eine Gravel Road abgebogen, von der wir dann wiederum in ein Flussbett abgebogen sind. Dem Flussbett sind wir bis zu einem Punkt gefolgt, der für Wayne etwas besonderes sein musste. Und tatsächlich: Nachdem wir ausgestiegen und noch eine Weile gelaufen sind, hat er uns Figuren und Muster gezeigt, die ein einige Steine geritzt wurden. Die Werke seiner Ahnen. Die Bilder können alles mögliche bedeuten, beispielsweise die Markierung einer Wasserstelle.

Wir nickten beeindruckt. Werke wie diese sind die einzigen materiellen Artefakte der alten Kultur der Aborigines. Da sie Nomaden sind und umherziehen haben sie nie größere Werke errichtet oder etwas bleibendes hinterlassen. Das gesamte Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben und entspringt einer mysteriösen, alten Zeit die als Dreamtime bezeichnet wird. Man bekommt nur langsam ein Gefühl für diese Kultur die stets mit Australien verschmolzen ist. Und Wayne ist stolz auf sein Land und seine Vorfahren und das zurecht, haben sie doch ihre Überlebenstaktiken in diesem Lebensfeindlichen Land perfektioniert.

Der Rest vom Tag

Wir gehen zum Auto zurück und fahren zurück auf den Highway und in Waynes Camp. Für heute sind die Ausflüge beendet. Wir machen uns gemeinsam etwas zu Essen auf dem BBQ und setzen uns am späten Abend in der Dunkelheit gemeinsam ans Lagerfeuer und Wayne spielt auf seiner Gitarre ein paar seiner Lieblingslieder für uns.

Abends am Lagerfeuer, wir lauschen Wayne's Gitarrenspiel

Abends am Lagerfeuer, wir lauschen Wayne’s Gitarrenspiel

Ein gelungener Tag würde ich sagen.

Dieser Beitrag wurde unter Australien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Was ist Deine Meinung zu dem Thema? Lass mir eine Nachricht da!