Kurzgeschichten: Road Kill

Ein unschönes Thema aber in Australien gibt es eine riesige Tierwelt und viele davon springen unerwartet vor das Auto oder ignorieren Autos vollkommen. Durch extrem lange Wege und permanent hohe Konzentration auf die Straßenränder wird das Fahren in Australien anstregend. Wir haben hier zusammengefasst, was uns für Tiere begegnet sind.

Kängurus

Kängurus gibt es hier in Western Australia zahlreich. Und das heißt wirklich viele Kängurus kommen abends auf der Straße zusammen, um die Restwärme der aufgeheizten Straße zu genießen, und lassen sich nicht von vorbeifahrenden Autos beirren. Es kam häufig genug vor, dass ein auf der Straße sitzendes Känguru sich nicht im Geringsten für unser Auto interessierte, sondern einfach sitzen bleibt. Wir hatten da schon so ein zwei brennzlige Situationen …

Auf dem Weg zum Bluff Knoll, Western Australia, sind wir gegen Mittag das letzte Stück des Zubringers gefahren und da ist es passiert: Ein Känguru ist uns vor das Auto gesprungen und wir kamen erst in letzter Sekunde mit quietschenden Reifen vor dem verwirrten Tier zum stehen.

Besonders viele Kängurus haben wir bei Exmouth getroffen, denn dort saßen sie in der Dämmerung in Gruppen von bis zu 30 zusammen am Straßenrand. Auf 50km haben wir sicherlich über 100 Kängurus gesehen.

Rinder

Auf dem Weg nach Darwin sahen wir sehr häufig Warnschilder mit der Aufschrift Grid. Ein Grid ist ein in den Boden eingelassenes Gitter, das Tiere davon abhalten soll die Straße entlang zu laufen und so ihr Revier zu verlassen. Folglich führt der Highway aber durch Farmgelände und es sind auch oft Rinder auf der Straße unterwegs.

Was hier passiert ist wissen wir nicht. Nur Road Trains könnten Kühe anfahren aber die Kuh hatte keinerlei Verletzungen

Was hier passiert ist wissen wir nicht. Nur Road Trains könnten Kühe anfahren aber die Kuh hatte keinerlei Verletzungen. Vielleicht doch nur ein Schlangenbiss

Kurz nachdem Wir Broome verlassen hatten und Julia zum ersten Mal am Steuer saß musste sie auch schon eine Vollbremsung hinlegen, da wir sonst in eine Rinderherde gefahren wären. Alles nochmal gut gegangen.

Schlangen

Die gefürchteten Giftschlangen sind selber auch in Gefahr. Bei der Fahrt durch ein ländliches Gebiet mit Rasen, Gebüsch und Bäumen auf beiden Seiten der Straße sind wir auf eine Schlange getroffen, die in der Mitte der Straße lag und sich nicht bewegt hat. Da wir erst dachten es sein ein Stock, sich der Stock dann aber ungewöhnlich (für einen Stock) bewegte sind wir recht schnell herangefahren und haben recht spät gebremst.

Wir können aber nicht mit Sicherheit sagen, ob wir das Tier erwischt haben, da wir nochmals zurück gefahren sind und keinerlei Spuren (auch keine tote Schlange) vorfanden.

Vogelschwärme

Ein ganz besonders Merkwürdiger Zusammenstoß. Ein sich majestätisch bewegender Vogelschwarm zog am Himmel seine Bahnen. Womit wir nicht gerechnet haben war, dass der Schwarm sich kurze Zeit später von rechts kommend direkt vor unser Auto stürzt. Das deutlich hörbare pock, pock, pock, … war ein eindeutges Zeichen für Kollateralschäden.

Frösche

Sogar Frösche waren auf dem Highway unterwegs. Allerdings konnte man ihnen leicht ausweichen und es ist nichts passiert. Puh 🙂

Lizards

Den Kopf in die Höhe gestreckt, einen ernsten Blick aufgesetzt und wenn ein Auto sich nähert im Eilschritt davon. Arme und Beine bilden dabei rotierende Scheiben, die nur zum Richtungswechsel den Boden berührt. So, oder so ähnlich, haben wir unsere Lizards kennen gelernt 😉

Shingleback Lizard (oder auch: Stumpy-tailed Lizard)

Von weitem sehen diese Tiere aus wie eine Wurst, bei näherer Betrachtung aber wie kleine Drachen. In der Gegend um Broken Hill sind wir vielen von ihnen begegnet. Sie lassen sich überhaupt nicht von Autos beirren. Wir mussten teilweile vor ihnen stehen bleiben und sie manchmal auch antippen, damit sie die Straße räumen. Einfach zu fahren ist nicht empfehlenswert, da sie auch manchmal einfach losrennen und dann einen Reifen erwischen könnten.

Insekten

In alle Farben, Formen und Größen. Ihnen Auszuweichen ist ein Ding der Unmöglichkeit. In Deutschland wird man zwar auch nicht versuchen einem Insekt auszuweichen, hier sind sie aber auch nicht so groß wie kleine Vögel.

Eulen

Kleine Vögel mit riesengroßen Augen. Wir kamen an unzähligen Eulen vorbei die ruhig am Straßenrand auf Zäunen oder ähnlichem saßen und uns vorbeifahren sahen. Alle bis auf eine haben sich nicht für das Auto interessiert, diese eine allerdings ist mit einem Sprung und einem Flügelschlag so vor unser Auto gesprungen, dass ein Bremsen unmöglich war.

Emus

Emus beeilen sich zwar nicht gerade wenn Autos auf sie zufahren, dafür sieht man sie aber schon von weitem und es kam nie vor (was Kängurus ganz gerne und auch ziemlich häufig gemacht haben), dass sie sich vor das Auto gestürzt haben.

Schafe

Schafe gelten noch als am angenehmsten. Sie treten in großen Herden auf und flüchten von der Straße, wenn sie sich bedroht fühlen. Ausserdem übersieht man sie nicht so leicht.

Spinnen

Zwar nicht auf Road Kill bezogen aber es sei erwähnt, dass eine etwa handgroße Spinne für fast zwei Wochen als blinder Passagier bei uns mitgereist ist. Wirklich unangenehm.

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