Rock Picking in Nyabing, Western Australia

Wir sind nun schon eine halbe Woche bei Ben und Fiona auf der Farm. Das Farmleben gefällt uns ziemlich gut denn die Leute sind sehr nett und wir haben immer Tiere um uns. Nun gab es Zuwachs: Spotty ist Johnny’s neuer Spielkamerad. Er wurde nach einem großen dunklen Punkt an seinem Hals benannt. Süß die beiden… Zwei Lämmchen aber doch so unterschiedlich in ihrem Charakter und Verhalten.

  • Johnny ist stark, mutig aber auch verschmust
  • Spot ist eher entspannt, leicht verpeilt und ein Einzelgänger

Wir wollen mal einen Vorgeschmack geben, wie es hier auf der Farm und den Feldern zu aussieht, bzw. zugeht.

Ein Tag auf der Farm

Das sind 1/4 der Felder die wir bearbeiten müssen! Jedenfalls sieht ein typischer Arbeitstag so aus:

  • Wir stehen kurz vor 7:00 Uhr auf. Corinna macht das Fläschchen (mit spezieller Milch) für Johnny, während Markus schon mit ihm im Garten steht. Corinna füttert Johnny während Markus das Feuer für das warme Wasser zündet und Frühstück für uns vorbereitet. Um halb acht wird Johnny in den Kindergarten gebracht (zu Spott ins Gehege).
  • Um acht Uhr geht es mit unserem Ute aufs Feld hinaus. Da fahren wir die gewaltigen Felder von Ben und Fiona Zeile für Zeile ab (insgesamt 6000 Hektar) und suchen nach Steinen die so groß sind, dass sie die Erntemaschinen ernsthaft beschädigen könnten. Ein Feld ist ca. 1,2km lang und 1,2km breit. Wir machen ca. 40km auf einem Feld und brauchen je nach Steinmenge ca. 5 Stunden bis wir alle Brocken gesammelt haben. Diese sammeln wir ein und laden sie dann an einer Sammelstelle ab. Und wir sagen es euch, da sind einige Brocken dabei!! (“ich hab‘ Rücken”). Manche sind so groß, dass wir sie auf unseren Plan einzeichnen, um sie später mit dem Bagger holen zu können.
  • Um zehn Uhr gibt es einen Frühstückstee und eine kurze Pause. Lange genug, um wieder Essen für die Schafe vorzubereiten und sie zu füttern. Anschließend geht es zurück aufs Feld. Manchmal werden sie auch von Fiona gefüttert und wir haben unseren Frühstückstee auf dem Feld, zusammen mit Ben, seinem Bruder und seinem Vater. Dann gibt es lecker Kaffee, Kuchen und Sandwiches von Fiona.
  • Um Zwölf Uhr gibt es Lunch (Mittagspause). Da fahren wir meistens zum Haus und kochen uns was auf die Schnelle. Z.B. Rührei mit Toastbrot, Haferflockensuppe oder wir essen den Eintopf vom Vortag. Danach geht es wieder aufs Feld.
  • Um 15:30 Uhr ist Kaffeezeit, auch für die Schafe. Entweder fahren wir nach Hause und füttern sie oder Fiona übernimmt und wir trinken zusammen mit den anderen auf dem Feld Kaffee und essen Kuchen. Uns geht es schon gut hier. Zum Abschluss laden wir die Steine am Dumping Place ab und fahren heim. Manchmal sind es so viele, dass wir zweimal am Tag unseren Ute entladen.
  • Abends ist es Zeit Johnny abzuholen (vom Kindergarten), zu duschen und Abendbrot zu machen. Es ist außerdem schon dunkel.
  • Um sieben wird Johnny gefüttert und wir essen dann auch z.B. Spaghetti, T-Bone Steak mit Pommes, Reispfanne oder andere Delikatessen.
  • Danach setzen wir uns an den Kamin (den Markus nach unserer Arbeit direkt angeheizt hat) im Wohnzimmer und kuscheln mit Johnny, gucken einen Film und schlafen auf dem Sofa ein.
  • In der Nacht schläft Johnny in seinem Häuschen das bei uns in der Küche steht.

Unsere Arbeit sieht so aus, dass wir mit einem Ute Über die Felder fahren. Hier mal ein par Bilder von uns mit dem Fahrzeug auf dem Feld.

So, dass sollte für einen Eindruck hinreichend sein. Bei angenehmen Wetter, leichter Briese und entspannter Musik ist dies ein äußerst angenehmer Job. Obwohl die Sonne echt nicht zu unterschätzen ist. Nach vier Stunden kommen die ersten Anzeichen der massiven Sonneneinstrahlung: Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit… Allerdings ist Corinna davon mehr betroffen als Markus. Fiona sagt, dass wir mehr als gewöhnlich trinken müssen und nur mit Hut und Sonnencrem raus dürfen, trotz bewölktem Himmel.

Wir sammeln Felsen

Die Steine, die wir einsammeln, sollten mindestens so groß wie ein Handball sein aber man neigt dazu auch Kleinere zu sammeln. Teilweise sind sie auch zu groß zum heben. In diesem Fall werden sie markiert, um sie später per Bagger auszugraben. Wir markieren sie dann mit einem kleinen Steinstapel, damit sie aus der Ferne sichtbar sind.

Und in den Pausen werden wir gut versorgt, denn Fiona oder Bens Mutter bringen Kuchen, Sandwiches, Tee, Kakao oder andere Köstlichkeiten aufs Feld raus.

Und dann hat Markus tatsächlich eine von den zwei gefährlichsten Spinnen Australiens unter einem Stein gefunden. Eine Red Back. Der Vater von Ben hat sie gleich getötet. Die Schmerzen sollen unerträglich sein, wenn man von ihr gebissen wird. Hier ein kurzer Auszug aus Wikipedia:

Der Biss selbst ist kaum zu spüren, der darauf folgende charakteristische Abdominalschmerz wird als „unerträglich“ beschrieben. Die Hauptkomponente des Giftes, das Alpha-Latrotoxin, führt zu Krämpfen und Schmerzen. Die Symptome dauern etwa zwölf Stunden an und klingen dann ab.

Wir haben bei gutem Wetter unseren Soll erfüllt. Hier noch ein paar Bilder von unseren Errungenschaften. Die Sonne scheint und wir fahren zum Dumping Point (Fotos von verschiedenen Tagen).

Eine kleine Exkursion durch den Busch 🙂 Ist schon cool hier! Vor allem mit dem Toyota Allrad, 6 Zylinder, 230 PS und Funkgerät. Im Endeffekt haben wir acht Stunden auf dem Feld unsere Bahnen gezogen.

Nun geht es nach Hause.  Dort warten schon eine Katze und zwei Hausschafe auf uns. Fütterungszeit für die Schafe.

Zu guter letzt haben wir endlich Zeit uns um uns selber zu kümmern. Cora kocht noch was leckeres und Markus sortiert die Fotos für diesen Blogeintrag. Und Spot & Johnny sind natürlich immer dabei, völlig aufgebracht und wollen nichts verpassen.

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